Safer Grow
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„Safer Grow“ – eine neue Drogenreferatsbroschüre

Seit April 2024 dürfen Erwachsene Cannabis nicht nur besitzen, sondern auch zuhause anbauen. Doch der Eigenanbau birgt viele Fallstricke: Was muss ich beachten, wenn Kinder und Jugendliche im Haushalt leben? Welche rechtlichen Vorschriften sind einzuhalten? Und warum darf ich kein Haschisch und keine Edibles herstellen?

Antworten darauf gibt eine neue Broschüre des Drogenreferats der Stadt Frankfurt am Main mit dem Titel „Safer Grow – Risiken reduzieren beim privaten Eigenanbau von Cannabis“. Auf 20 Seiten informiert sie über sieben Themen: vom Gesundheitsschutz über den Kinder- und Jugendschutz, den Umgang mit Nachbarschaft und Vermietern, den Schutz von Haustieren, den Brandschutz, die strafrechtlichen Risiken bis hin zur Risikoreduzierung beim Konsum. Demzufolge darf man zum Beispiel keine berauschenden Kekse backen oder selbst Haschisch bzw. Öl herstellen, man darf auch keine fremden Pflanzen gießen und selbst der kleinste Steckling oder Sämling gilt behördlich als vollwertige Pflanze von denen man insgesamt ja nur drei daheim anbauen darf…

„Offen über Risiken zu sprechen und aufzuklären – das ist für mich Prävention im besten Sinne“, erklärte die Leiterin des Drogenreferats, Annika Funke. Denn die Broschüre fordere (natürlich) nicht dazu auf, Drogen anzubauen oder zu konsumieren. Ganz im Gegenteil: „Einen sicheren Konsum von Cannabis gibt es nicht“, behauptete Funke einfach mal so und setzte dann noch einen drauf: „Am sichersten ist es immer, auf den Konsum zu verzichten. Wer sich als Erwachsener dennoch dafür entscheidet, sollte seinen Konsum so sicher wie möglich gestalten.“

Dazu gehöre auch, Cannabis nur aus legalen Quellen zu beziehen, zum Beispiel aus dem eigenen Anbau, erklärte Funke und ergänzte: „Bei Cannabis vom illegalen Markt weiß man nie, welche gefährlichen Substanzen beigemischt wurden.“

Okay, solche Behörden-Behauptungen sind nicht neu und treffen in Ausnahmefällen sicher auch mal zu. Aber letztendlich kamen und kommen solche Verunreinigungen viel seltener vor, als uns die Politik auch heute immer noch glauben lassen will. Schließlich ist auch der Schwarzmarkt auf treue Kunden angewiesen, die nur dann treu bleiben, wenn die Ware eben NICHT gestreckt oder verunreinigt ist. Und so merkt man auch nach der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland leider sehr schnell, wenn es sich (wie hier) um Behörden-Broschüren im Behörden-deutsch handelt.

Trotzdem hat sich auch schon etwas geändert, dass müssen selbst staatliche Stellen zugeben. Der Anteil von Personen, die Cannabis zuhause anbauen, ist seit der Teillegalisierung beispielsweise stark gestiegen. Das legen diverse Befragungsstudien nahe, was für das Frankfurter Drogendezernat aber auch große Risiken birgt. „Viele Menschen versuchen sich am Eigenanbau, ohne mit allen wichtigen Aspekten vertraut zu sein – daher ist es uns wichtig, aufzuklären“, erklärte Funke und fügte hinzu: „Außerdem öffnet die Broschüre für diese Menschen eine Tür zu Angeboten der Beratung und Suchthilfe.“

Um die Vielfalt der Themen in der Broschüre abzudecken, kooperierte das Drogenreferat mit mehreren Ämtern der Stadt Frankfurt am Main. Auch externe Akteure aus Forschung und Suchthilfe sowie eine Gruppe von Cannabis-Aktivisten waren angeblich an der Herstellung der Broschüre beteiligt. „Allen Mitwirkenden gilt unser herzlicher Dank“, betonte Funke. „Ohne die vielen verschiedenen Expertisen und Perspektiven wäre ein solches Ergebnis nicht möglich gewesen.“

Fazit

Trotz manchem Behörden-Deutsch und altbackender Perspektiven stellt die Broschüre des Drogenreferats Frankfurt/M. einen ersten Schritt in Richtung eines unverkrampften und offenen Umgangs mit Cannabis in Deutschland dar und wird daher allen Cannabis-Interessierten empfohlen. Sie steht hier zum Download als PDF sowohl für den Computer (1. Link) als auch für das Mobiltelefon (2. Link) zur Verfügung:

https://frankfurt.de/-/media/frankfurtde/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/drogenreferat/pdf/safer-grow_desktopansicht.pdf

https://frankfurt.de/-/media/frankfurtde/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/drogenreferat/pdf/safer-grow_mobilansicht.pdf