Jeder Grower und Hanfliebhaber kennt den Namen Jack Herer. Allerdings geht es in diesen Report nicht um den verstorbenen Schriftsteller und Hanfaktivisten, sondern um einen Sprössling der bekannten und gleichnamigen Cannabis Sorte. Jack Herer ist ein drei Wege Hybrid aus Skunk x NL5 x Haze, ein sehr potenter Strain der Aufgrund seiner Genetik durch viele Variationen auffällt. Sehr viele gute und erfolgreiche Strains haben eine Jack Herer Verwandtschaft. Zu den bekanntesten zählen Jack Flash, Red Horse oder die Cinderella 99, auch C99 genannt. Ich will Euch heute einen weiteren selektierten Phäno vorstellen, der wegen seines zitronigen Aromas und der sehr potenten Wirkung nicht nur in Europa beliebt ist. Gemeint ist die Cinnamon von „Female Seeds“.

Female Seeds kann auf Erfahrungen aus über 18 Jahren Züchtung zurückgreifen. Damals noch im Auftrag anderer namhafter Breeder, züchten sie heute ausschließlich weibliches Saatgut für Ihre eigene Seedbank. Im aktuellen Samenkatalog finden sich Sorten wie Northern Lights, White Widow oder Maroc.

Ich habe mich in diesen Fall für ein 5er Pack Samen entschieden, die zwischen zwei Zellstofftüchern zum keimen gebracht wurden. In den nächsten drei Tage wuchs die Keimwurzel auf 2-3cm Länge heran und auch die ersten Keimblätter kamen schnell zum Vorschein. Es war Zeit die kleinen Keimlinge in das vorbereitete NFT-System zu setzten. Die Nährlösung hatte einen EC-Wert von 0,7 bei einen Ausgangs EC von 0,39. Der Ph-Wert wurde auf 5,8 reguliert. Als Dünger für diesen Growdurchgang wurde die „Advanced Hydroponics“ Reihe ausgewählt, zusätzlich bekamen alle Pflanzen in der ersten Woche „Rhizotonic“ Wurzelstimulanz und eine kleine Menge „Superthrive“.

In den folgenden Tagen konnte man erkennen, dass zwei Pflanzen doch ziemliche Krüppel waren und alles andere als gut wuchsen. Die Blätter waren verdreht und zeigten gleichzeitig starke Mutationen. Beide wurden aus der Box entfernt als klar war, dass diese Pflanzen sich nicht gegen die restlichen Plants behaupten konnten.

Der im System frei gewordene Platz wurde natürlich gleich wieder besetzt. Die restlichen drei Cinnamon Pflanzen kamen sehr gut voran und wuchsen zu diesen Zeitpunkt sehr einheitlich und homogen.

Nach 13.Tagen bei 18 Stunden Licht hatten die Keimlinge eine Höhe von 12-18cm erreicht und bildeten gerade das dritte Blattpaar aus. Das kurze Wachstum sollte bei diesem Sativa dominanten Strain mehr als ausreichend sein und so wurde die Photoperiode auf 12 Stunden Licht pro Tag reduziert. Das blau/weiße Leuchtmittel wurde durch ein rot/orange Spektrum ersetzt. Die 400W Lampe sollte die ersten zwei Wochen der Blütezeit noch hängen bleiben, bevor sie durch eine 600W NDL ausgetauscht werden sollte. Auch 50% der Nährlösung wurde gewechselt, der EC lag nun bei 1,0 und der Ph-Wert bei 5,6. Die ersten Tage unter 12/12 Stunden passierte nicht viel, Outing und Streckung ließen auf sich warten. Erst am 18. Blütetag entschlossen sich die Pflanzen erste Griffel zu zeigen und auch das Wachstum setzte jetzt langsam ein. Innerhalb weniger Tage schossen die drei restlichen Cinnamon auf 20 und 35cm. Zwei Damen wuchsen gedrungen und ohne viele Seitentriebe. Ganz anders die größte Pflanze, sie hatte sehr viele Triebe und große Nodienabstände. Die Blätter waren schmal und sehr filigran, wahrlich Mutterbox würdig. Diese Pflanze war schon doppelt so groß wie ihre Schwestern und dazu noch um einiges ansehnlicher.

Nach 25. Blütetagen war ein kompletter Wechsel der Nährlösung fällig. Die Komponenten „Bloom“ und „Micro“ wurden erhöht während der Zusatz für die Wachstumsphase (Grow) abgesetzt wurde. Auch der Blüten Booster von „B`cuzz“ kam jetzt das erste Mal zum Einsatz. Der EC-Wert lag inzwischen bei 1,3 und sollte auch im Laufe des Grows nicht über 1,4 hinausgehen, obwohl die Cinnamon auch eine höhere Düngezugabe gut verdauen kann.

Die 400W NDL wurde nun durch eine 600W ersetzt, was gleich ungeahnte Helligkeit in die Growbox brachte. Eine der beiden kleineren Cinnamon Damen stellte aber plötzlich ihr Wachstum ein und war innerhalb von weiteren fünf Tagen komplett überwachsen. So blieben mir am Ende von fünf feminisierten Samen nur zwei Damen übrig. Ein doch recht bescheidenes Ergebnis. Wenigstens die letzten beiden Cinnamon`s sahen sehr gut aus und ließen auf mehr hoffen. Die ersten Blütenansätze bildeten sich während die Pflanzen immer mehr an Höhe gewannen. Hier machten sich die dominanten Sativa Gene deutlich bemerkbar. Eine Dame hatte eine Höhe von 70cm erreicht, während die Zweite knapp 20cm kleiner war und auch mehr in Richtung Indica tendierte. Es wurde fleißig Grünmasse gebildet wodurch die Blütenbildung für den Moment etwas zu kurz kam und so gut wie gar nicht statt fand. Erst 32 Tage nach Blüteneinleitung entstanden weitere Blütenstände, die nun in einem rasanten Tempo an Masse dazu gewannen. Auch die Harzproduktion lief langsam an und ein ganz feiner Geruch machte sich bemerkbar. Das Wachstum kam endlich zum stillstand und die Pflanzen konnten Ihre Kraft und Energie auf das wesentliche lenken, auf die Bildung kompakter Blüten und hoffentlich reichlich Harz.

Der Sativa Phäno hatte jetzt mehr und mehr die Form eines Christbaumes angenommen. Die kräftig gewachsenen Seitentriebe waren mit vielen kleinen Blüten bestückt, die nun langsam zu großen Buds heranwachsen sollten.
Der etwas niedrigere Indica Phäno hatte dagegen einen kompakteren Wuchs, kleinere Triebe und breitere Blätter. Die Blüten wirkten um einiges fester und dichter. Auch der Harzbesatz schien bei dieser Pflanze etwas besser zu sein. Beide Cinnamon Damen legten in den folgenden Tagen aber nochmals mächtig zu, das Volumen der Blüten wurde zusehends größer. Das Aroma wurde stärker und stärker und verlangte dem AKF einiges ab. Es roch immer mehr nach Zitrone und der leicht würzige Unterton rundete den leckeren Geruch ab.

Die Blütenkelche schwollen aufgrund der starken Harzproduktion deutlich an. Überall bildeten die Pflanzen weitere Blütenstände aus, neue Griffel entstanden obwohl der 60. Blütetag schon erreicht war. Auch 10 Tage später war noch nichts von einer baldigen Reife zu sehen, dabei sollte die Blütezeit doch nur 60-70 Tag andauern. Erst ab dem 70. Blütetag fingen die ersten Stigmen an sich braun zu verfärben und die Blüten begannen endlich auszureifen. Die Nährlösung wurde ein letztes Mal gewechselt, die Pflanzen bekamen nur noch PH reguliertes Wasser, damit sie die restlichen Nährstoffe und Energiereserven aufbrauchen können. Beim hydroponischen Anbau sollte man mit der Düngergabe 7-10 Tage vor der Ernte aufhören, um ein gut schmeckendes Endprodukt zu erhalten. Düngerrückstände knacken oder knistern beim verbrennen im Joint und verursachen zudem einen unangenehmen scharfen Beigeschmack.

In den letzten Tagen nahm das Aroma nochmal zu, man konnte aber einen feinen Unterschied zwischen dem Sativa und dem Indica Phäno schmecken. Erst genannter hatte einen etwas haschigen und würzigen Unterton zu dem doch recht intensiven zitronigen Geruch. Der Indica Phäno roch dagegen sehr intensiv zitronig/säuerlich aber dennoch auch ein klein wenig würzig.

Geerntet wurde schließlich 81. Tage nach dem Einleiten der Blüte. Das ist eine Überschreitung der angegebenen Blütedauer von 10-15 Tagen. Eine Erklärung könnte die kurze Wachstumsphase sein. Pflanzen die sehr früh in die Blüte geschickt werden reagieren oft mit einem längeren Wachstumsschub und einer dementsprechend späten Blüte. Man kann das als eine Art „Frühblüherschutz“ bezeichnen.

Die Blüten wurden gleich manikürt und für 10 Tage zum trocknen aufgehangen. Danach wurden sie verpackt und für einige Wochen fermentiert. Als die Tüten mit dem fertig gereiften Gras geöffnet wurden konnte man einen intensiven zitronig/würzigen Geruch wahrnehmen. Die trockenen Buds wirkten ein wenig bräunlich und dunkel waren dafür aber mit einer ansehnlichen Harzschicht überzogen.Schon nach dem ersten Zug am Joint wusste man, dass hier was gutes zwischen Tabak und Paper lag. Ein starkes Weed, das dem Konsument optische Reize oder Gefühle viel intensiver erfahren lässt. Dazu kommt ein Up-High, das sehr Kopf betont wirkt. Auch der Geschmack beim rauchen bleibt zitronig und angenehm mild. Der Turn hält lange an und flacht nur langsam ab.

Der Ertrag lag bei 40g beim Sativa und 30g beim Indica Phäno, welcher etwas festere Buds ausgebildet hatte. Das Fazit fällt gut aus, Cinnamon von Female Seeds ist ein Strain den man jeden Grower weiterempfehlen kann.

Der einzige negative Punkt war die schlechte Ausbeute an guten Pflanzen. Drei von ursprünglich fünf haben es nicht bis zur Ernte geschafft und sind untergegangen oder wurden aus der Box entfernt. Dafür wurde ich mit sehr potentem und gut schmeckenden Weed entschädigt.