Am 21. Juli 1969 betrat ein Mann namens Buzz Aldrin als zweiter Mensch nach Neil Armstrong den Mond. Viele, die damals die erfolgreiche Landung der Apollo 11 live im Fernsehen sahen, waren sich in diesem Moment sicher: Noch zu ihren Lebzeiten wird die Menschheit fremde Planeten besiedeln! Erst der Mond, dann der Mars. Die ersten Marskolonien würden spätestens zur Jahrtausendwende entstehen… Was ist passiert?

Auf in den Weltraum! Die futuristische Euphorie, die Mitte des letzten Jahrhunderts das Thema Raumfahrt weltweit begleitete, lässt sich heute nur noch schwer nachvollziehen. Nicht nur bei den Amerikanern, sondern vor allem auch im Ostblock herrschte damals eine enorme Aufbruchstimmung in Richtung Kosmos. Schließlich waren es die Sowjets, die mit Juri Gagarin bereits sieben Jahre vor Apollo 11 den ersten Menschen ins Weltall beförderten. Und wer den Film Good Bye, Lenin! kennt, erinnert sich vielleicht noch an die kindliche Verehrung der Hauptfigur für Sigmund Jähn, der 1978 als erster Deutscher im Weltall bekannt wurde. So, wie der Junge aus dem Film, bewunderten damals viele Kinder die Helden der Raumfahrt und träumten von einer eigenen Reise ins All. „Kosmonaut“ (im Osten) bzw. „Astronaut“ (im Westen) war bis in die 80er Jahre hinein ein durchaus häufiger Berufswunsch. Die Geschichte der Raumfahrt war bis zu dieser Zeit vor allem eine Geschichte des Kalten Krieges, ein Wettbewerb zweier politischer Systeme, die um ihre Vormachtstellung in der Raumforschung kämpften. Kurz nach dem sowjetischen Triumph mit Gagarin 1961 beschleunigten die Amerikaner ihre Pläne, noch vor Vollendung des Jahrzehnts den ersten Menschen auf den Mond zu befördern, was ihnen mit Apollo 11 schließlich auch gelingen sollte. „Space Race“ lautete das Motto und jede Seite wollte das Rennen gewinnen. Auf Apollo 11 folgten bis 1972 noch sechs weitere Apollo-Missionen, dann war plötzlich Schluss. Die letzte bemannte Fahrt zum Mond liegt also bereits mehr als 40 Jahre zurück. Seitdem hat kein Mensch mehr den Orbit unserer Erde verlassen. Sehr zum Verdruss von Edwin „Buzz“ Aldrin, dem noch immer sehr umtriebigen zweiten „Mann auf dem Mond“. „Ein kleiner Schritt für einen Mann, aber ein großer für die Menschheit“, so lautet das berühmte Zitat seines Kollegen Neil Armstrong – seitdem allerdings scheint es für die Menschheit nur noch in Babyschritten voranzugehen.