Nicht überall ist Cannabis auf dem Vormarsch, in Indien wurde es gerade erst buchstäblich zurückgeschnitten, obwohl es hier kulturell tief verwurzelt ist. Aber das scheint der aktuellen Regierung nicht zu passen, die lieber eine „drogenfreie Gesellschaft“ fordert.
Im Rahmen der laufenden Kampagne „Nasha Mukt Jammu & Kashmir Abhiyan“ führte die Polizei von Jammu und Kashmir Ende Juni diesen Jahres eine Aktion zur Vernichtung wild gewachsener Cannabispflanzen im Gebiet Gahool Tangpora in Baramulla durch, um „den Drogenmissbrauch und den illegalen Anbau von Betäubungsmitteln“ vor Ort einzudämmen.
Die hier gezeigten Fotos stammen von dieser Aktion der indischen Behörden in einem Waldgebiet von Baramulla, bei der mit Unkrautschneidern gegen wild wachsende Cannabispflanzen vorgegangen wurde. Offizielle Stellen gaben an, dass diese Bekämpfungsmaßnahme auf den berauschenden Wildwuchs abzielte, der von vielen Jugendlichen im Kaschmir-Tal konsumiert wurde.

Im nordinischen Distrikt Anantnag entdeckte ein gemeinsames Team aus Polizei, einem Verwaltungsbeamten und Mitarbeitern des Landwirtschaftsministeriums aufgrund konkreter Hinweise auch einmal illegalen Mohnanbau – in einem Obstgarten in Kapran. Die Mohnpflanzen wurden unter Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen direkt vor Ort vernichtet. Es wurde eine Anzeige erstattet und weitere Ermittlungen eingeleitet, um „die Beteiligung der für den illegalen Mohnanbau Verantwortlichen zu klären“.
Laut offiziellen Angaben führten Polizei-Teams in Zusammenarbeit mit Anwohnern kurz zuvor schon weitere Wildwuchs-Vernichtungsaktionen in Batwari Baba Mohalla, Goushbugh Reshipora, Hanjiwera und Tapper durch. Im Zuge dieser Operationen wurden große Bestände an wildem Cannabis (in Indien vor allem „Bhang“ genannt) identifiziert und vor Ort vernichtet. Die indische Polizei gab an, dass allein die Aktion zur Vernichtung von wildem Cannabis in Tapper eine Fläche von etwa 0,4 Hektar Staatsland umfasste. Angebliches Ziel der Operationen war es, den Anbau von wildem Cannabis direkt an der Quelle einzudämmen, um so möglichen Missbrauch durch Jugendliche zu verhindern.
Zahlreiche Polizeibeamte beteiligten sich aktiv an diesen „Säuberungsaktionen“ und stellten die „vollständige Vernichtung des Cannabis-Wildwuchses in den identifizierten Gebieten“ sicher – so hieß es in der offiziellen Verlautbarung. Die Polizei von Jammu und Kaschmir bekräftigte darin zudem ihr Engagement für eine „drogenfreie Gesellschaft“ und rief die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf.
Zusätzlich zur praktischen Beseitigung des Cannabis-Wildwuchses führte die Polizei auch verschiedene „Aufklärungskampagnen“ durch, um die Bevölkerung über die „Gefahren von Drogen“ und die „Bedeutung des zivilen Engagements im Kampf gegen Drogenmissbrauch und -handel“ zu informieren. Die indischen Beamten berichteten, dass diese Kampagnen dank der Kooperation der Anwohner friedlich und effektiv verlaufen seien.
In ihrer offiziellen Erklärung bat die Polizei die Bevölkerung auch darum, die laufenden Anti-Drogen-Initiativen zum Aufbau einer drogenfreien Gesellschaft zu unterstützen und zur Verfügung gestellte Informationen über den Anbau, Verkauf und Konsum von Betäubungsmitteln privat weiterzugeben.
Auch die Polizei von Ganderbal führte in Zusammenarbeit mit „Mitgliedern der Zivilgesellschaft“ aus Gund Roshan im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Shadipora eine Aktion zur Vernichtung von wild wachsendem Cannabis durch. Laut Polizeiangaben wurden auch hier große Mengen Cannabis-Wildwuchs an gefährdeten Standorten identifiziert und vernichtet. Diese Aktion war ebenfalls Teil der umfassenderen Anti-Drogen-Kampagne der Polizei, die darauf abzielt, den Anbau von sämtlichen „Betäubungsmittelpflanzen“ zu unterbinden und deren Verwendung im illegalen Drogenhandel zu verhindern.
Hoffen wir, dass auch indische Behörden bald einsehen, dass von indischem Hanf keine nennenswerte Gefahr ausgeht…



