Manche Cannabissorten haben auch nach vielen Jahren nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Während sich vor allem die Beleuchtungstechnik rasant weiterentwickelte, erzielten gute Sorte zuverlässig hohe Erträge, weshalb sie auch heute noch relevant und nachgefragt sind. Unsere neue Artikelreihe in der Rubrik KLASSIKER präsentiert daher ab sofort in lockerer Folge vollständige Growberichte aus den 2010er Jahren, die (vom Licht-SetUp mal abgesehen) nach wie vor aktuell sind.
Los geht’s mit einer der berühmtesten Sorten von DNA Genetics: Cataract Kush. Dieser Strain soll ein wahres Indica-Monster sein (99% Indica, 1% Sativa), schließlich wurde er über mehrere Jahre hinweg aus OG Kush und LA Confidential gezüchtet, beides legendäre und extrem populäre Sorten, die aus Los Angeles stammen – also ein Big Showdown zweier L.A.-Sortenlegenden! Die Sorte LA Confidential von DNA Genetics, bestehend aus OG LA Affie x Afghani, hat bei diversen Cannabis Cups bereits acht Auszeichnungen erhalten. Die berühmte OG Kush ist einer der kostbarsten genetischen Schätze, die es gibt, sie wurde auch von anderen Seed Banks für zahllose Sortenkreuzungen verwendet und wird von DNA Genetics ebenfalls als reine Sorte angeboten.
Laut DNA Genetics gelangt Cataract Kush in acht bis neun Wochen Blütezeit zur Reife, sie soll dann „dicht mit Harzkristallen zugedeckt sein.“ Weiterhin wird berichtet: „Cataract Kush-Buds sehen fast grau-schwärzlich aus, wenn sie verarbeitet und getrocknet sind. Ihr Geschmack ist LA Confidential-dominant, aber beim Ausatmen des Rauchs kommt dann auch die OG Kush geschmacklich zum Ausdruck.
Das Aussehen der Buds wird von der OG Kush dominiert, sie verfügen jedoch auch über die Dichte von LA Confidential. Cataract Kush ist die perfekte Kombination dieser beiden Sorten und das High ist sehr, sehr stark!“ Kein Wunder, dass sie gut zur Linderung von Schmerzen sowie Ess- und Schlafstörungen geeignet sein soll – es könnte also sein, dass Du sofort Deine Schlafpillen wegwerfen willst.
Das High dieser Sorte ist sehr speziell, die meisten Leute beschreiben Cataract Kush als einen „Creeper“, was bedeutet, dass das High langsam „herankriecht“ und auch noch lange, nachdem Du mit dem Rauchen aufgehört hast, in seiner Heftigkeit zunimmt.
DNA Genetics betont, dass diese Sorte „nicht für Kiffer-Leichtmatrosen geeignet ist“. Mit Cataract Kush sollen standardmäßige Erträge von 350 bis 500 g/m2 erzielt werden können, zudem soll es „Grow-Anfängern genau wie Profis leicht möglich sein, Pflanzen mit dichten harztriefenden Buds zu bewerkstelligen“.
Ohne Zweifel ein aufregender neuer Fall für den Kush-Liebhaber The Doc, der sechs feminisierte Cataract Kush-Samen zur Keimung ansetzte. Bereits nach drei Tagen waren alle Keimlinge an der Oberfläche zum Vorschein gekommen und wurden in der ersten Woche von zwei TLC 150-Leuchten (CFL-Typ, je 75 W) beleuchtet. Dann wurden die jungen Sämlinge in den eigentlichen Grow-Raum versetzt, der mit zwei 600 W Osram Plantastar HPS-Lampen bestückt war.
Die sechs Cataract Kush-Pflanzen legten in dem neuen Raum gut los und nach drei Tagen pflanzte The Doc sie von 2- in 11-Liter-Töpfe um, gefüllt mit Plagron Standard Mix-Erde. Nach drei Wochen in der vegetativen Phase berichtete The Doc: „Alle Pflanzen haben bereits eine ganze Menge von Seitenzweigen gebildet, und es scheint sich so zu verhalten, dass sich diese Partie in zwei leicht unterschiedliche Phänotypen aufzuteilen scheint, was die Größe betrifft, die Hälfte der Pflanzen ist ungefähr 10 cm niedriger als die anderen drei, auch haben sie breitere Blätter. Die anderen drei Pflanzen sind höher, und das Grün ihrer schmaleren Blätter ist heller.
Als vier Wochen in der vegetativen Phase absolviert waren, leitete The Doc die Blüte ein, indem er den Lichtzyklus von 18/6 auf 12/12 herunterschraubte. Außerdem tauschte er die beiden Plantastar-Lampen durch zwei 600W GIB Extreme Plus HPS-Lampen und eine 400W Osram Son-T Plus-Lampe aus.
Zu diesem Zeitpunkt war die eine Hälfte der Pflanzen 47 bis 50 cm hoch gewachsen, bei acht bis zehn Internodien, was sie äußerst kompakt machte, und die andere Hälfte 32 bis 35 cm, bei ebenfalls acht bis zehn Internodien, sodass sie also sogar noch kompakter ausfielen.
The Doc berichtete, dass in der ersten Blütewoche ein starker Streckungseffekt einsetzte. Eine Woche später hatte sich dieser noch weiter verstärkt, was The Doc überraschte –angesichts des Indica-Anteils von 99 % in Cataract Kush.
Die größeren Pflanzen hatten nun bereits eine Höhe von 95 bis 105 cm erreicht und die niedrigeren Pflanzen 75 bis 85 cm, sie hatten also etwas aufgeholt. Und wie erwartet hatten sich alle sechs Pflanzen als weiblich entpuppt. The Doc entfernte einige der mittleren und unteren großen Laubblätter, um mehr Licht an die unteren Triebe gelangen zu lassen.
Nach vier Wochen Blütezeit war die Blütenproduktion voll im Gange und die sechs Cataract Kush-Pflanzen waren mit zahlreichen attraktiv blühenden Buds entlang ihrer vielen Zweige und der Haupttriebe besetzt.
„Auf den Blütenkelchen und kleinen Blütenblättern befinden sich jetzt schon etliche Harzdrüsen“, berichtete The Doc, „und die Luft ist von einem schweren Kush-Duft erfüllt, schön haschig, freue mich jetzt schon auf einen entsprechenden Smoke. Der Streckungseffekt ist jetzt offenbar zum Erliegen gekommen, die Pflanzen sind für eine nahezu reine Indica aber ganz schön groß geworden, die längsten Pflanzen messen mittlerweile 125 bis 140 cm.“
Zu Beginn der sechsten Blütewoche wurden die Buds der sechs Pflanzen zusehends dichter und dicker, zudem zeigten sie alle die gleiche Blütenstruktur, sehr einheitlich, mit einem sehr hohen Blüten/Blätter-Verhältnis.
„Die ersten Blütennarben haben sich nun Richtung orange verfärbt, sind also verwelkt, ich denke, der Reifepunkt ist noch zweieinhalb bis drei Wochen entfernt“, vermutete The Doc.
Nach acht Wochen Blüte waren die ersten drei Pflanzen reif und wurden geerntet, die anderen drei folgten drei Tage später.
„Die Buds sind groß, sehr dicht und knollig. Ihr super-intensiver Kush-Geruch ist einfach überwältigend. Die einzelnen Blütenkelche sind in dick-rundlichen Clustern zusammengefasst, die zusammen diese harten und schön harzigen Nuggets bilden“, berichtete The Doc.

Dank ihres hohen Blüten/Blätter-Verhältnisses waren die Erntearbeiten an den sechs Cataract Kush-Pflanzen schnell erledigt. The Doc trocknete sie schonend über dreieinhalb Wochen hinweg und legte sie dann auf die Waage. Es stellte sich heraus, dass es Cataract Kush geschafft hatte, die 100-g-pro-Pflanze-Marke zu überschreiten – der Gesamtertrag lag bei 635 g, durchschnittlich etwaaf 106 g pro Pflanze.
Die trockenen Buds verströmten einen wunderbaren, extrem intensiven haschigen Geruch. Das Testrauchen der Buds bestätigte dann, was DNA Genetics angekündigt hatte: „Sie ist tatsächlich ein mächtiger Creeper und hat mich mit richtig heftiger Indica-Potenz nachhaltig beeindruckt, man muss Cataract Kush fast als giftig bezeichnen“, konstatierte The Doc. Aber als eine gute, wohltuende Art von Gift.
The Doc, der manchmal an Schlaflosigkeit leidet, war nach dem Genuss eines fetten Cataract Kush-Joints zur späten Abendstunde so dermaßen stoned und bleiern im Kopf, dass er eine Weile später sehr leicht in den Schlaf fand.
„Man kann sie aufgrund ihrer Heftigkeit sicherlich nicht für unerfahrene Konsumenten empfehlen und allgemein wohl auch nicht zum Konsum tagsüber“, befand The Doc.
Cataract Kush konnte die zuvor gehegten hohen Erwartungen voll und ganz erfüllen: „In diesen Pflanzen steckt eine tiefe, urstarke Quelle unglaublicher Indica-Power“, schwärmte The Doc, „und dieser vollmundige Geschmack, süß beim Inhalieren und haschig beim Ausatmen, ist Marke Leckerschmecker vom Feinsten!“

Kultivierungsdaten
Genetik: Cataract Kush (OG Kush x LA Confidential)
Wachstumsphase: 4 Wochen nach der Keimung
Blütephase: 56 bis 59 Tage, allgemein 56 bis 63 Tage
Medium: Plagron Standard Mix mit 5% Blähton und Hornspänen, 11 Liter-Töpfe
pH: 6,0 bis 6,5
EC: Wachstum: 1,2–1,6 mS, Blüte: 1,6-2,0 mS
Beleuchtung: Wachstum: 2x TLC 150-Leuchte, 2x Osram Plantastar, Blüte: 2x GIB Lighting 600 W + 1x 400 W Osram Son T plus
Temperatur: 23 bis 28°C (Tag) & 18 bis 20°C (Nacht)
Luftfeuchtigkeit: Wachstum: 40 bis 60 %, Blüte: höchstens 50%
Bewässerung: von Hand
Düngung: HeSi Blühkomplex, ab der 4. Blütewoche HeSi Phosphor Plus
Zusatzmittel: Nitrozyme, HeSi SuperVit und Wurzelkomplex, Enzyme
Höhe: 100 bis 150 cm
Ertrag: insgesamt 635 g



