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Deutlich schwächer als erhofft: mein Outdoor-Grow 2026

Wie in den Jahren zuvor nutzte ich auch 2026 wieder unseren Garten für den Anbau von (mittlerweile legalem) Outdoor-Cannabis. Obwohl ich in den letzten Jahren immer mehr Pflanzen aussetzten musste, als ich am Ende ernten konnte, konzentrierte ich mich in diesem Jahr von Anfang an auf zwei Sorten, die dann auch beide überlebten: Eine Durban Dew von Dutch Passion und eine Swifty von Dope Seeds.

Nach der Ernte im letzten Jahr hatte ich den Boden in unserem Garten zunächst wieder umgegraben und anschließend mit etwas Florganics angereichert überwintern lassen. Auch ein paar Regenwürmer kamen neu in den Boden, wo es für die Würmer jede Menge alte Wurzelreste zu futtern gab. Und natürlich sorgte ich mit meinen mittlerweile altgedienten Terrakotta-Spikes auch wieder für eine kontinuierliche Wasserversorgung, für die ich erneut fast ausschließlich aufgefangenes Regenwasser verwendete. Vor dem Einsetzen der beiden Sämlinge gab ich auch noch etwas All-Mix-Erde in den Freilandboden und streute auch noch etwas staubige Anzuchterde oben drüber, bevor alles gut bewässert wurde.

Schon am 23. April setzte ich meine beiden (schon ca. eine Woche alten) Sämlinge aus ihren beiden Anzuchtöpfchen im Brandenburger Freiland aus. Schließlich wollte ich meinen beiden Pflänzchen möglichst viel Zeit an der frischen Luft gönnen und sie auch möglichst früh an ihre Outdoor-Umweltbedingungen gewöhnen. Das klappte wirklich gut, beide Sämlinge überlebten die kritischen ersten beiden Wochen ohne größere Probleme.

Neben der Swifty von Dope Seeds, die im Jahr zuvor sehr gute Blütenqualität und auch einen ansprechenden Gesamtertrag abgeliefert hatte, kam in diesem Jahr auch eine Durban Dew von Dutch Passion dazu, die nach Angaben der holländischen Traditions-Seedbank besonders gut outdoors performen soll – auch und insbesondere in den  nördlicheren Regionen Europas. Die Durban Dew kam auf den (was die Sonnenausbeute betrifft) etwas besseren Anbauplatz, die Swifty (wie schon im letzten Jahr) auf den etwas schlechteren.

Anfang Mai begann der Brandenburger Sommer mit viel Sonne und teilweise auch schon richtig sommerlichen Temperaturen. Da wir in der Regel nur am Wochenende in den Garten fahren, konnte ich unter der Woche immer nur hoffen, dass die jungen Pflanzen ihre „Kindertage“ gut überstehen, in denen sie noch sehr sensibel und am verwundbarsten sind. Denn zwischen den schon sehr sommerlichen Mai-Tagen prasselte auch immer mal ein kräftiger Regen herunter, der so kleine Pflanzen ja auch schon mal regelrecht erschlagen kann.

Zum Glück waren meine Ängste unbegründet, denn auch nach drei Wochen lebten beide Sämlinge noch, auch wenn schon etwas angefressen waren (vermutlich von Schnecken). Doch das steckten beide Jungpflanzen gut weg und entwickelten sich dann im Laufe der Zeit auch immer besser, obwohl sie anfangs (wie immer) nur sehr langsam wuchsen und damit meine Nerven kräftig strapazierten. Zumal ab Mitte Mai das schöne frühsommerliche Wetter in sonnenarmes graues Regenwetter überging.

Im Juni wurde das Wetter dann wieder besser. Ich füllte regelmäßig die Vorratsbewässerung (Glasflaschen in Terrakotta-Spikes) mit Regenwasser auf – darüber hinaus musste ich aber wieder keinerlei Arbeit in die Aufzucht der beiden Outdoor-Pflanzen stecken, die bald deutlich schneller heranwuchsen und mit allen Umwelteinflüssen recht gut klarzukommen schienen – auch wenn sie davon teilweise ziemlich gezeichnet waren. 

Anfang Juli waren beide Pflanzen schon über einen Meter groß und (vor allem die Durban Dew) ziemlich angefressen von verschiedenen Kleintieren, die man aus seinem Garten aber praktisch nicht ausschließen kann. Dazu zeigten sich gelegentlich auch schon einige „verbrannte“ Blätter, die ich immer direkt mit der Hand entfernte. 

Von Mitte Juli an waren wir dann für vier Wochen im Urlaub, erst am 10. August sah ich schließlich meine beiden Outdoor-Ladies wieder und staunte, dass sie inzwischen 1,60 m (Durban Dew) und 1,80 m (Swifty) hoch gewachsen waren. Da ich in den Urlaubswochen keine Wasserflaschen auffüllen konnte, mussten die Pflanzen ohne zusätzliche Bewässerung klarkommen, was ihnen aber gut gelang, da sie inzwischen ausreichend lange Bodenwurzeln ausgebildet hatten und so auch ohne meine Hilfe die eigene Wasserversorgung gewährleisten konnten. 

Nichtsdestotrotz füllte ich die Glasflaschen in den Spikes wieder mit Regenwasser und goß beide Pflanzen gelegentlich auch noch etwas in den besonders warmen und trockenen Sommertagen. Inzwischen waren meine beiden Ladies auch (gar) nicht mehr angefressen, nur ganz unten gab’s hier und da ein paar wenige vergilbte Blätter, die ich immer direkt von Hand entfernte. 

Was ich in diesem Sommer etwas irritierend fand: Die blickdichte hohe Heckenwand der Nachbarn wurde von diesen plötzlich partiell niedergerissen, wodurch sie nun nicht nur auf unser Grundstück, sondern auch direkt auf meine Lieblingspflanzen sehen können. Aber egal, das ist ja nun legal…

Ende August war meine Zwifty ca. 1,9 m groß und die Durban Dew bei ca. 1,7 m angekommen. Es waren auch schon erste kleine Blütenansätze zu sehen. Genauso klar erkennbar waren auch die leichten „Sturmschäden“, die beide Pflanzen aufwiesen, nachdem sie ein paar Tage lang nur von einer Seite starken Wind bekamen, was deutliche „Föhn-Spuren“ und viele windverdrehte Blätter hinterließ.

Was man dann ab Anfang September auch wieder verstärkt sah, waren gelbe Blattspitzen und etwas schlaffere Blätter, die nicht mehr so vital wie zuvor nach oben ragten. Ich goß also nochmal kräftig von Hand, füllte auch die Glasflaschen wieder mit Regenwasser und entfernte dann erstmals sehr viele Fächerblätter, gelbliche Blätter und junge Triebe im unteren Bereich der beiden Pflanzen, damit alle Energie in die Blütenspitzen wandern konnte. Ich hoffte auch, dass durch die kräftige „Rasur“ der starke Wind nun besser durch die Pflanzen hindurch wehen konnte und nicht mehr auf so viel Luftwiderstand traf. 

Zwei Wochen später (Mitte September) war die Blütenentwicklung schon unübersehbar im Gang und die zwei Pflanzen bei ihren finalen Höhen von 2 m (Swifty) und 1,8 m (Durban Dew) angekommen. Was nun auch schon klar absehbar war: Diesmal lag die Zwifty quantitativ weit vorne, obwohl sie wieder auf dem etwas schlechteren Sonnenplatz stand und damit etwas schlechtere Umweltbedingungen hatte. 

Ende September wurde dann klar, wie weit die Zwifty ertragstechnisch vor der Durban Dew landen würde, deren Blätter auch schon viel stärker ins gelbliche und teilweise gelb-rötliche gingen, als die Blätter der Swifty. Bei beiden Sorten waren die ersten Blühfäden auch schon rotbraun, wobei die allermeisten noch weiß waren. 

Da ab 8. Oktober eine lang anhaltende Regenwelle vorhergesagt war, erntete ich schon am 7. Oktober – und damit sehr früh. Früher als in den Jahren zuvor. Aber lieber etwas zu früh ernten, als schimmlige Blüten befürchten zu müssen.

Swifty
Swifty

Also fotografierte ich im letzten schönen Sommer-Sonnenschein vor der Schlechtwetter-Phase meine beiden Outdoor-Ladys nochmal ausführlich, bevor ich zunächst die viel größere Swifty zerlegte, die dann auch deutlich mehr als einen großen Umzugskarton (mit eingespannten Schnüren zum Anhängen der Triebe) ausfüllte. 

Durban Dew
Durban Dew

Anschließend war die Durban Dew dran, die den zweiten (zu einem Drittel schon mit der Swifty gefüllten) Karton am Ende komplett ausfüllte. Beide Pflanzen hatten an ihren Spitzen vereinzelt Spinnfäden, die sich zum Glück aber ganz einfach entfernen ließen. Die ursächlichen Spinnen entdeckte ich bei der Ernte aber nicht.

Ich entfernte vor Ort wieder nur die allergrößten Fächerblätter von den Ästen, die ich anschließend kopfüber in die Umzugskartons hängte und dabei darauf achtete, dass sich die Blütentriebe nicht ins Gehege kamen. 

Mit den beiden komplett gefüllten Kartons im Auto fuhren wir zurück in die Stadt, wo ich dann bis in den frühen Morgen stoisch die nötigen Trimmarbeiten durchführte und erst zufrieden war, nachdem alles säuberlich im Vivosun Trockenschrank lag und im schnellen 8-Tage-Modus (der mir bisher immer völlig ausreichend erschien und stets ein konsequent perfektes Ergebnis lieferte) vor sich hin trocknete. 

Allerdings wurde ich im Verlaufe der Trimm-Nacht auch immer großzügiger, was die Größe der nicht mehr lohnenswerten Popcorn-Buds betraf, da ich auch irgendwann mal fertig werden wollte. Das wurde ich dann gegen 6 Uhr morgens, nachdem ich auch noch zwei blinde Passagiere in den Zweigen entdeckt und aus den getrimmten Blüten entfernt hatte (ein kleiner Käfer und eine kleine Spinne).

Unter dem Strich waren diesmal keine 200 g (wie in den Vorjahren) zusammengekommen, was aber vor allem an dem schwachen Ertrag der Durban Dew lag: Hier waren gerade mal 68 g zusammengekommen, was für eine uneingeengte Outdoor-Pflanze (die im kühlen Norden Europas überdurchschnittlich gut performen soll) doch ziemlich schwach ist. 

Durban Dew
Durban Dew

Die Swifty hatte dagegen mit 125 g sehr gut abgeliefert und ihren Ertrag des Vorjahres (92 g) deutlich übertroffen. Auch qualitativ konnte sie wieder überzeugen, denn der Konsumtest machte klar, dass hier ein THC-Gehalt von um die 20 % vorliegt, der entsprechend heftig schädelt, auch wenn sich die Blüten diesmal nicht ganz so klebrig anfühlten, wie im letzten Jahr.

Wobei das auch an der neuen Trocknungstechnik liegen kann, die ich seit kurzem nutze: Die Vivosun „Trocknungsmaschine“ namens VCure – ein Schrank, der wirklich in kürzester Zeit professionell Weed trocknet, auch wenn es fast 200 g auf einmal sind, wie bei meiner letzten Outdoor-Ernte, bei der ich erstmals alle Schubfach-Gitter nutzte, um darauf die Blüten zum Trocknen abzulegen. Wenn ich alle Blüten noch enger aneinander gepackt hätte, hätte ich sicherlich auch 300 g und vielleicht sogar 400 g in dem Funktionsmöbel unterbringen können. 500 g aber sicherlich nicht (mehr)…

Swifty
Swifty

Die Swifty-Blüten hatten auch wieder eine schöne violette Farbtönung, welche sie von den klassisch grünen Blüten der Durban Dew gut unterscheidbar machten. Letztere Blüten waren kleiner und dichter, und unter dem Strich auch erstaunlich deutlich zahlenmäßig unterlegen. Dass die Dutch Passion-Sorte nur halb so gut wie die Dope Seeds-Sorte performte, erstaunte mich sehr, da ich bisher nur sehr gute Erfahrungen mit den Sorten der holländischen Traditionssamenbank gemacht habe. 

Wirkungstechnisch konnte ich an keiner der beiden Sorten irgendetwas aussetzen. Beide wirkten schnell und auf hohem Niveau – ganz so, wie ich es gewohnt bin und liebe. Selbst im Vergleich zu den super klebrigen Indoor-Blüten meiner letzten Grows konnten die Outdoor-Blüten locker mithalten und mich ähnlich intensiv berauschen bzw. entspannen. 

Unsere Selbstversorgung ist damit für ein weiteres Jahr gesichert, tatsächlich musste ich schon lange kein Geld mehr für medizinische Blüten ausgeben, auch wenn man sich die (zum Glück immer noch) ganz entspannt nach Hause liefern lassen kann. Und bei der lächerlichen Menge Arbeit und Energie, die eine Ourdoor-Pflanze bis zu ihrer Ernte verlangt, wird (m)ein Outdoor-Grow auch im nächsten Jahr wieder alternativlos sein.