Viele kennen das: Wer Afghani-Sorten anbaut und konsumiert, verspürt Oldschool-Vibes und hat das hehre Gefühl, mit essenzieller Genetik zu arbeiten. Denn Afghani-Genetik ist einer der grundlegenden genetischen Bausteine, mit denen die moderne Cannabis-Sortenzucht begründet wurde. Und wenn man einen Strain mit reinem oder überwiegendem Afghani-Erbgut kultiviert, fühlt es sich so an, als legte man seine Hand an die Wiege der Cannabispflanze und kehrte zum Ursprung dieser Pflanzengattung zurück: Schließlich wird die geografische Heimat von Cannabis in Zentralasien verortet, und auch wenn die Urform der Pflanze wohl ursprünglich nicht direkt aus dem Gebiet, das man heute Afghanistan nennt, stammt, war sie dort wahrscheinlich ebenfalls sehr früh verbreitet.

Sicher ist aber auf jeden Fall, dass die später entstandene Unterart Cannabis indica ssp. afghanica – das, was man gemeinhin ganz simpel als „Indica“ bezeichnet – aus dem Hindukusch-Gebirge stammt, welches größtenteils in Afghanistan liegt, daher die Subspezies-Bezeichnung „afghanica“. Doch der Hindukusch reicht auch bis nach Pakistan hinein, dort befindet sich sein östlicher Teil. Die native Heimat von Cannabis indica ssp. afghanica liegt also in Afghanistan und Pakistan, zwei Ländern, in denen traditionell viel Haschisch produziert wird, was sich aus dem Harzreichtum von Cannabis indica ssp. afghanica ergab, denn die weibliche Form dieser gedrungenen buschigen Pflanzen mit breiten, dunkelgrünen Blättern erzeugt während der Blüte üppige Mengen an Harzdrüsen.