Philosophisch ins neue Jahrzehnt

 

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Die neuen Zwanzigerjahre haben begonnen und wir alle werden erleben, ob sie erneut “golden” werden. Auch wenn es in vielen Bereichen gerade nicht danach aussieht, können wir trotzdem nicht genau wissen, was uns die Zukunft bringt. Optimisten sei hierzu der Dokumentarfilm “2040” empfohlen, der zeigt, wie die Welt in 20 Jahren aussehen könnte, wenn wir gute Ideen (die heute schon existieren) weiter ausbauen und konsequent nutzen. Pessimisten finden dagegen täglich neue Gründe den Kopf zu schütteln – dazu müssen sie einfach nur Nachrichten hören.

In unserer ersten Ausgabe der Zwanziger Jahre setzen wir unsere Breeder-Serie mit einem ausführlichen Artikel über Simon von Serious Seeds fort. Neben neuen Sortenporträts und Growberichten stellen wir in dieser Ausgabe auch wieder ein paar der ganz große Fragen. So zum Beispiel (gleich jetzt) die vereinfacht formulierte Grundfrage der Philosophie, die hier jeder einmal für sich beantworten kann: Erschaffen Gedanken die Materie oder erschafft die Materie unsere (menschlichen) Gedanken? Ersteres würde für die Existenz von etwas Übernatürlichem (vielleicht sogar Gott) sprechen, das Zweite für Urknall und Evolution. Ganz vereinfacht könnte man auch fragen: Glaubst Du an etwas Übernatürliches? Wenn Du das bejahen kannst, tendierst Du (im philosophischen Sinne) zum Idealismus, wenn Du es verneinst, eher (im philosophischen Sinne) zum Materialismus.

Auch unter den Autoren der THCENE gibt es Vertreter der beiden verschiedenen philosophischen Grundpositionen. So fragt Markus Berger in seinem Artikel “Was ist Bewusstsein?” und versucht, diese Frage aus seiner Sicht zu beantworten, die davon ausgeht, dass unser Bewusstsein die Materie bestimmt und nicht an unseren Körper gebunden ist. Im Artikel “Alternative Alternativmedizin?” geht Martin Müncheberg vom Gegenteil aus und kritisiert Heilpraktiker, die mit unrealistischen Heilsversprechungen kräftig Kasse machen. Und obwohl beide Autoren hier so gegensätzliche Positionen vertreten, zeigen sie doch auch Toleranz für andere Meinungen – und das ist schließlich etwas, was unsere Gesellschaft derzeit vielleicht dringender denn je braucht