Seit Beginn der Fridays-for-Future-Proteste ist mit den GRÜNEN eine Partei bei uns im Aufwind, die sich seit ihrer Gründungsphase so oft von ihren Idealen entfernt hat und faulste Kompromisse einging, dass wir hoffnungsfroh in die nächste Zukunft blicken dürfen, und zwar nicht nur freitags, sondern auch am Wahlsonntag.

Beispiel Stuttgart 21. In Stuttgart hatten vor vielen Jahren mal die politischen Entscheider beschlossen: „Wir müssen den Hauptbahnhof unter die Erde verlegen. Und zwar, um die Stadt aus ihrem provinziellen Mief zu holen.“ Das war allen Ernstes eines der Argumente. Der Hauptbahnhof von Stuttgart sollte unter die Erde verlegt werden, um die Stadt aus ihrem provinziellen Mief zu holen. Die Frage war nur: Wenn man Stuttgart aus seinem provinziellen Mief holen will, wohin soll man den Rest der Stadt verlegen?

Ich weiß, das klingt jetzt für Stuttgarter Ohren nach Verunglimpfung, aber ich darf so was sagen, denn ich komme aus Gelsenkirchen. Und in Gelsenkirchen kann man ganz genau studieren, wie die Zukunft einer Stadt aussieht, deren Vergangenheit sich „unter Tage“ abspielte. Neulich spielte Schalke 04 gegen VfB Stuttgart. Da rief mir ein VfB-Stuttgart-Fan zu: „Ich hab Arbeit und du nicht!“ Da habe ich zurückgerufen: „Du hast Arbeit. Ich einen überirdischen Hauptbahnhof!“

Und den wollten aber große Teile der Stuttgarter Bevölkerung auch haben. Und deswegen riefen die: „Oben bleiben! Oben bleiben!“

Weshalb die GRÜNEN im Wahlkampf gesagt haben: „Wenn wir an die Regierung kommen, dann machen wir einen Bürgerentscheid zu Stuttgart 21“. Und dann sind sie an die Regierung gekommen, und haben einen Bürgerentscheid gemacht.

Und als erstes haben sie den so gemacht, dass nicht nur die Leute gefragt wurden, die von dem Problem betroffen sind, sondern auch ganz viele andere, die mit dem Problem gar nichts zu tun haben. Das kennen wir alle aus eigener Erfahrung. Wenn eine Frau befürchtet, dass ihr Gewicht zu hoch sein könnte, fragt sie immer jemanden, der damit gar nichts zu tun hat, nämlich ihren Mann. Und lass den mal antworten: „Oben bleiben!“