Natürlich ist es inzwischen längst kein Geheimnis mehr, dass Cannabis und Kunst unzertrennlich zusammengehören. In der vorletzten THCENE-Ausgabe habe ich bereits darüber geschrieben, inwiefern Musik und Cannabis zusammenhängen. Aber egal, ob Musiker, bildende Künstler oder Komponisten: Sie alle und noch viele weitere Arten von Künstlern griffen, greifen und werden gerne zum Joint, zur Pfeife oder zum Haschkuchen greifen, um sich von dem grünen Geschenk der Götter künstlerisch inspirieren zu lassen. Doch warum ist das so? Wieso ist dieses Verhältnis von Kunst und Cannabis so unauflösbar, interaktiv und historisch gewachsen?

 

Zum Verhältnis von Cannabis und Literatur

 

Insgesamt strebt die Kunst danach, den Menschen die Welt und den Kosmos als etwas Absolutes, Göttliches und Allumfassendes darzustellen. Dass diese Aufgabe für den Menschen aufgrund der ihm immanenten Restriktionen unmöglich ist, hat der deutsche Idealismus und die aus ihm hervorgehende Transzendental-Philosophie von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling eindrucksvoll dargelegt und bewiesen. Gemäß Schellings ausgefeilter und hoch theoretischer Kunst-Theorie ist dem Menschen insofern immer nur eine Annäherung an das Absolute und Göttliche in Form der Kunst möglich. Doch bereits dieser Versuch, sich dem Göttlich-Absoluten anzunähern, fällt vielen Schriftstellern sehr schwer, wie wir häufig durch die Lektüre von eher durchschnittlichen oder schlechten Büchern wissen. Doch gegen misslungene Kunst und eine ausbaufähige Annäherung an das Allumfassende gibt es Abhilfe – ganz natürlich, aber mit gewünschten Nebenwirkungen. Klar, an dieser Stelle kommt Cannabis ins Spiel, denn durch diese nicht umsonst “Pflanze der Götter” genannte Substanz vermögen es die Schriftsteller, die Kluft, die zwischen ihrer schnöden menschlichen Existenz und der Kunst als Versuch der Abbildung des Absoluten herrscht, zu verringern und auf ein Minimum schrumpfen

zu lassen.

 

Selbstverständlich stellen Schriftsteller in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Es wäre in einem Artikel von diesem (geringen) Umfang leider nicht einmal ansatzweise möglich, auch nur alle Schriftsteller namentlich zu nennen, die sich gerne von dem grünen Kraut inspirieren ließen und lassen. Deshalb bin ich gezwungen, im Folgenden eine stark exemplarische Reduktion auf wenige Schriftsteller vorzunehmen, deren Vorliebe für Cannabis bekannt ist und in deren Werken Cannabis auch eine nennenswerte Rolle spielt. Zudem ist es wegen des begrenzten

Umfangs beinahe unmöglich ins Detail zu gehen, weshalb hier nur ein grober Überblick, Cannabis-bezogene Anekdoten und Zitate in den Vordergrund gestellt werden sollen.