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ÜBERRASCHEND GUT FÜR EINEN „NEBENBEI“-GROW: GELATO#45

Zu meiner Überraschung fand ich in der Seed-Sammel-Tüte in meinem Kühlschrank Ende letzten Jahres noch einen Samen der Sorte Gelato#45 von Barneys Farm ohne zu wissen, wie er da eigentlich hingekommen war. Bei meiner Internet-Recherche zu dieser Sorte stellte ich dann ebenso überrascht fest, dass dieser Strain aktuell gar nicht erhältlich ist, aber hervorragende Bewertungen von zahlreichen Growern erhalten hatte. Das war Grund genug für mich, den „Überraschungsamen“ direkt anzupflanzen…

Laut Barney’s Farm sind nur wenige Sorten so leicht anzubauen und liefern derart gute Ergebnisse wie die Gelato #45: „Dank ihrer ausgewogenen Genetik von Sunset Sherbet und Thin Mint GSC wird diese ertragreiche Sorte drinnen wie draußen köstliche und potente Buds produzieren.“

Das reichte mir schon für eine Entscheidung, da ich mit meinen Gedanken gerade viel mehr bei (m)einem anderen Grow war – schließlich testete ich zeitgleich auch erstmalig die neue VGrow Smart Box und den VCure-Trockenschrank von VIVOSUN, wodurch ich erste Erfahrungen mit dem Anbau auf Kokos und der Trellis-Trainingsmethode sammeln und schließlich aus dem Stand knapp über 100 g ernten konnte. Daher schaute ich im weiteren Verlauf nur alle paar Tage mal bei meiner Gelato#45 vorbei, um den Wasserspeicher aufzufüllen. Ich war dabei sehr froh, hier nicht auch immer den pH-Wert des Gießwassers angleichen und präzise Dünger beigeben zu müssen. Einfacher als auf vollwertiger (All-Mix) Bio-Erde kann man eben nur outdoors anbauen. 

Ohne genau zu wissen, wie lange der Seed eigentlich schon in meinem Kühlschrank lag, kam er Anfang Dezember für zwei Tage in ein Glas Wasser und keimte darin vorbildlich auf. In die wie immer neu aufbereitete Bio-Erde gab ich den leicht vorgekeimten Samen (natürlich mit dem kleinen „Stummelschwänzchen“ nach unten), und schon vier Tage später zeigte sich ein Sämling über der Erde, der sich von Anfang an sehr gut entwickelte, was mir diesen Grow tatsächlich (wie von Barney’s versprochen) angenehm leicht machte.

Nach vier oberirdischen Tagen begann meine kleine Gelato#45 ihr erstes Cannabisblattpaar auszufahren, nur neun Tage später war dann auch das zweite bereits so groß wie das erste. Alles blieb noch ein paar Tage perfekt, bis sich Ende Dezember leichte Verbrennungszeichen an den Spitzen einiger unterer Blätter zeigten.

Wie ich nun auch feststellte, war das Pflänzchen mal wieder ziemlich wacklig – aber diesmal widerstand ich dem Drang, die Erde um den kleinen Stamm herum aus Stabilisierungsgründen zu verdichten, um die darunter liegenden zarten Wurzeln nicht versehentlich zu verletzen. Das war mir vermutlich schon mal passiert, woraufhin die Pflanze einging. Also richtete ich diesmal nur einen Ventilator darauf und hoffte aufs Beste.

Das war wohl eine gute Strategie, denn schon am 7. Januar musste ich zum ersten Mal die Schere zücken, da sich meine Gelato#45 zu einer prosperierenden, aber gleichzeitig seltsam kugeligen Pflanze entwickelt hatte, die (noch) kaum in die Breite ging. Ich schnitt nur die fettesten Segelblätter ab, die keine darunter liegenden jungen Triebe durchließen.

Inzwischen stand die Pflanze auch recht fest in der Erde, wenn auch noch leicht schief – der Ventilator hatte vermutlich etwas zu stark auf das junge Pflänzchen eingewirkt. Im weiteren Verlauf entwickelte die Gelato#45 dann eine Wuchsform, die ich so bisher noch nicht erlebt habe: Wie ein kugelrunder Busch mit extrem dichtem bzw. geschlossenem Blätterkleid.

Eine knappe Woche später hatte der „Buschball“ eine Höhe von 26 cm erreicht und einen relativ kräftigen Stamm gebildet, der nun auch richtig sicher hielt und kein bisschen mehr wackelte. Meine Gelato#45 blieb aber zunächst noch so seltsam kugelförmig.

Nachdem ich am 15. Januar auf Blüte umgestellt hatte, legte das Wachstum richtig los, nun ging mein „Busch-Ball“ endlich in die Breite und Höhe, und ich musste nun immer mal wieder frische junge Triebe im unteren Pflanzenbereich und oben ein paar große Fächerblätter entfernen. Dabei blieb die immer noch recht kugelige Pflanzenstruktur noch recht buschig.

Da ich nebenbei ja (wie schon gesagt) auch meinen ersten Trellis-Grow absolvierte, wendete ich das Gelernte auch minimal bei diesem Grow an und zwang die höchsten Blütentriebe (Trellis-mäßig) mit den an Magenthaken befestigten Trockenschnüren an die Ränder der kleinen Grow4Life-Schrank-Anbaufläche, wodurch sich die Pflanzenmitte etwas öffnete und hier mehr Licht einfallen konnte.

Rückblickend hätte ich meine Gelato#45 wohl auch toppen sollen, um noch mehr Top-Blüten zu provozieren. Aber hinterher ist man immer schlauer – und beim nächsten Grow habe ich ja erneut die Gelegenheit es besser zu machen.

Anfang Februar war es noch sehr kalt in Berlin – in meinem Growschrank herrschten nachts teilweise nur noch so um die 14 °C, was die Pflanze aber gut wegsteckte. Meine Gelato#45 stand inzwischen fest wie ein Baum in der Erde, und ich versuchte das Höhenwachstum durch entsprechenden Beschnitt zu beeinflussen – also an den höchsten Trieben die meisten Fächerblätter abschneiden, um so deren Wachstum zu bremsen und für tiefere Triebe die Chance zum „Aufholen“ zu verbessern.

Zarte Triebe in der unteren Pflanzenhälfte entfernte ich konsequent, um der Entwicklung der arbeitsintensiven und daher nicht sehr verlockenden „Popcorn-Buds“ entgegenzuwirken. Gleichzeitig tauchten auch schon die ersten Trichome auf den Blüten auf, die sich im Laufe der Zeit zu immer ansehnlicheren Trichom-Teppichen entwickelten.

Bald lag ein unverkennbar leckerer Blütengeruch im Schlafzimmer, welches im Februar aber auch weiterhin recht kühl blieb. Die Temperatur im Schrank stieg selbst in den Lichtphasen kaum über 16 °C – bei so kühlen Temperaturen musste noch nie eine Pflanze bei mir blühen. Aber immerhin wurden es ab Ende Februar dann wieder so um die 18 °C im Growschrank. Gleichzeitig ging das Streckungswachstum auf Null zurück und die Triebspitzen blieben bei ihren jeweils erreichten Höhen um die 70 cm.

Ab Mitte März gab ich dann gar kein Wasser mehr in den Wasserspeicher meines Anbautopfes, da mir bewusst war, dass noch ausreichend Restfeuchte im Boden und Topf enthalten war. Die Gelato#45-Blüten sahen auch alle schon ganz vielversprechend aus – es waren zwar längst nicht so viele wie an der Bakerman in der VGrow Smart Box, dafür aber deutlich voluminöser, was mich zwischenzeitlich sogar auf eine noch größere Ernte hoffen ließ.

Allerdings gab es da auch eine altbekannte Schattenseite: Irgendwie hatte sich wieder eine Erdfliegen-Population in meinem Schrank angesiedelt, vermutlich war sie aus einem der Fensterbrett-Pflanzentöpfe meiner Frau einwandert und fand hier beste Bedingungen für eine kontinuierliche Vermehrung. Diese lästigen kleinen Fliegen traten zeitversetzt und damit dauerhaft auf, starben aber früher oder später brav an Gelbfallen oder auch einfach neben dem mit Erde gefüllten Topf, in den sie manchmal nicht zurückzufinden schienen, da der Boden meines Growschranks am Ende von toten Erdfliegen nahezu übersät war.

Immerhin kam es nicht zu der Entwicklung ganzer Schwärme dieser lästigen Insekten, die dann bei jedem Öffnen des Growschranks in hoher Zahl durch die Luft wirbelten und regelrecht nach einem Staub(bzw. Erdfliegen)sauger schrieen – so etwas hatte ich auch schon mal erlebt und keinerlei Bedarf, es erneut durchzumachen.

Zum Glück starben die Erdfliegen gefühlt in ungefähr der gleichen Zeit an den Gelbfallen, die sie fürs Nachwachsen benötigten, wodurch ich sie nur ganz vereinzelt auch mit den Händen wegklatschen musste. Denn auch klebrige Blüten können zu Erdfliegen-Fallen werden – und wer will die Viecher schon mitrauchen? Wobei ich auch nicht ausschließen kann, dass ich das (ohne es mitzukriegen) bereits gemacht habe. 

Nach der achten Blütewoche begann ich regelmäßig den Zustand der Trichome zu überprüfen, anfangs war es noch eine Mischung aus klaren und milchigen Trichomen, die nur ganz vereinzelt schon bernsteinfarbene Tupfer aufwiesen. Also entschied ich, meiner Gelato#45 noch mindestens eine weitere Blütewoche zu gönnen, schließlich leuchteten auch die Blühfäden der obersten Topbuds noch in erstaunlich reinem Weiß – und das blieb auch bis zum Ende so.

Meine Chat-KI erklärte mir, dass so etwas schon mal passieren kann, wenn man die Pflanze zu lange in der Blüte stehen lässt, da dann die obersten Blüten immer wieder neu „austreiben“ und dabei auch neue (und damit rein weiße) Blütenhärchen produzieren. Wobei mich das vor die Frage stellte, wieso die Trichome einerseits noch nicht den passenden Erntezeitpunkt anzeigten, die Blüten aber anderseits (laut KI-Analyse) schon „zu lange“ in der Blüte standen. Für mich machte das alles keinen Sinn, wobei ich mich und die KI dann auch nicht weiter mit diesem Widerspruch belastete, da ich gelernt hatte, mich im Zweifel ausschließlich an der Färbung der Trichome zu orientieren. Also hielt ich mich daran. 

Am 31. März hatten die Trichome dann gesprochen – nach ungewöhnlich langen 75 Blütetagen (also fast 11 Wochen) schritt ich schließlich zur Ernte. Diese gestaltete sich diesmal relativ einfach, da die Anzahl der Blüten recht gering war, ihre Ausmaße dafür aber überdurchschnittlich voluminös mit relativ wenigen Blütenblättern.

Das zahlte sich beim Trimmen aus, die ungeliebte Schnippellei war diesmal in weniger als drei Stunden erledigt, wobei ich die Schere mindestens einmal pro Stunde reinigen musste, da sie schnell durch Harzanhaftungen verklebte und damit kaum noch zu gebrauchen war. Die Blüten- und viele Fächerblätter waren dicht an dicht Trichom-gesprenkelt, weshalb ich die großen Blüten auch relativ zurückhaltend trimmte, um nicht zu viel THC zu verschwenden. 

Am Anfang meiner Grower-Laufbahn habe ich die THC-reichen Schnittabfälle des Trimmens immer gesammelt und meiner Frau übergeben, die daraus Space-Cookies herstellte. So sammelte sich bei uns ein immer größerer Vorrat an selbst gebackenen Edibles an, den wir gelegentlich verschenkten, aber kaum bis gar nicht selbst verbrauchten, da wir Cannabis immer noch am liebsten rauchen. Auch wenn das natürlich nicht die gesündeste Konsummethode ist, schon klar. 

Meine Gelato#45 hatte vor ihrer Zerlegung eine maximale Endhöhe von 71 cm erreicht, und die vorgetrimmten Buds füllten knapp drei Edelstahlgitter, die nach der Ernte in den neuen VCure-Trockenschrank kamen. Was erneut eine satte Ernte versprach – schließlich hatten (bei meiner allerersten Verwendung des VCures) schon zwei gut gefüllte Gitter einen Ertrag von knapp über 100 g ergeben. Daher hoffte ich nun mit drei locker gefüllten Gittern auf einen noch höheren Ernteertrag. Hoffen darf man ja…

Da die Blüten diesmal teilweise sehr groß bzw. voluminös geraten waren, gönnte ich ihnen eine knappe Woche mehr Trocknungszeit, obwohl bei meinem ersten Test des VCure auch der 8-Tage-Modus („Quick Cycle“) ein perfektes Ergebnis geliefert hatte.

Aber die damaligen Bakerman-Blüten waren auch alle deutlich kleiner und hatten daher (so vermutete ich) nicht so viel Feuchtigkeit aus dem Blüteninneren abzugeben. Um hier nichts durch eine zu hastige Trocknung zu riskieren und auch mal den anderen vorprogrammierten Modus des VCure auszuprobieren, entschied ich mich diesmal für den 14-Tage-Modus. Ich verdeckte die Frontsichtscheibe erneut mit einer lichtundurchlässigen Plane, damit Trocknung und Curing im VCure ganz ohne einfallendes Tageslicht stattfinden konnten.

Mitte April war es dann soweit: Das zweiwöchige Trocknungsprogramm war durchgelaufen, und ich leerte den Trocknungsschrank und erfasste dabei gleichzeitig das finale Gewicht: 92 g Gesamtertrag hatte meine Gelato#45 schlussendlich abgeworfen, was angesichts der Nachlässigkeit, mit der ich diesen Grow betreut hatte, schon ein sehr gutes Ergebnis war – auch wenn ich insgeheim etwas mehr erwartet hatte, da ich diesmal drei und nicht nur zwei Metallgitter gefüllt hatte und die dicken Blüten alle ein entsprechendes Gewicht hatten. Aber wenige dicke Blüten wiegen dann doch (unterm Strich) weniger als sehr viele kleine. 

Auch wenn die Erntemenge etwas geringer ausfiel als erhofft – die Qualität überstieg dann sogar noch meine Erwartungen, was sich schon beim Wiegen und Einlagern der Blüten andeutete. Denn nachdem ich alle Blüten aus dem VCure genommen und gewogen hatte, waren meine Fingerspitzen so klebrig, dass ich aus ihnen ein stecknadelkopfgroßes Stückchen Haschisch herausreiben konnte.

Durch diese extreme Klebrigkeit wirkte die Ernte sensorisch noch recht feucht – aber das erschien mir bei meiner ersten Trocknung auch so, und die war letztendlich (auch) perfekt getrocknet.

Nun fehlte nur noch der ebenso obligatorische wie ersehnte Konsumtest. Um dabei auch gleich zu erfassen, ob die Trocknung wirklich umfassend und bis ins Innere der dicksten Blüten erfolgt war, wählte ich eine besonders große Blüte für meinen Grinder, der diese dann aber ganz mühelos zerkleinern konnte. Der VCure hatte also auch im 14-Tage-Programm rundum abgeliefert und perfekt (bis tief ins Innere) getrocknet. 

Ich mischte die für mich gewöhnlich völlig ausreichende Menge (ca. 0,2 g) in etwas Tabak, rollte daraus einen ersten kleinen Joint und zündete ihn an. Schon nach wenigen Zügen setzte die erwartungsgemäß kräftige Wirkung ein und plättete mich für gute drei Stunden nachhaltig. Für ein paar Minuten (während des Höhepunkts der Wirkung) empfand ich sogar ein wohliges Kribbeln im Hinterkopf. Einfach nur schön!

Rundum zufrieden bleibt mir hier nur noch festzustellen: Gelato#45 hat mich in mehrfacher Hinsicht positiv überrascht. Zunächst war es die Tatsache, dass sich überhaupt ein Samen dieser tollen Genetik unter meinen gelagerten Seeds befand, dann der absolut pflegeleichte Verlauf des Grows (bei dem die Pflanze auch persönliche Kälterekorde wegsteckte), das verhältnismäßig einfache Trimmen (aufgrund des guten Blüten/Blätter-Verhältnisses) und letztendlich eine durchaus üppige Ernte, die zwar nicht ganz so hoch wie zwischenzeitlich erhofft ausfiel, mit 92 g aber immer noch auf Platz 3 aller meiner bisherigen Indoor-Grows landete. Und die finale Qualität war auch richtig spitzenmäßig – was will man da noch mehr?

Kultivierungsdaten:

Genetik: Gelato#45 (Sunset Sherbet x Thin Mint GSC)

Medium: 15 Liter Bio-Erde, wiederaufbereitet mit Florganics 

Topf: 17-Liter-Topf (mit 4,5 Liter Wasserspeicher)

Wachstum: 40 Tage

Blüte: 75 Tage

Licht: 2 x Sanlight Q1 = 100 Watt

Stromverbrauch: ca. 162 kWh (nur Licht)

Temperatur: 14 bis 19 °C

Luftfeuchte: ca. 45 % (Licht an) bis 60 % (Licht aus)

Düngung: keine (Bio-Grow)

eingesetzte Geräte: VCure von VIVOSUN (zur Trocknung)

Endhöhe: 71 cm

Ertrag:  92 g