Noch bis Ende diesen Jahres wird sich der NSU-Prozesses am Münchener Oberlandesgericht hinziehen, der nach ursprünglicher Planung längst beendet wäre. Hier stehen rechtsextreme Gewalttäter vor Gericht und nicht etwa der BND, der auch in diesem Fall mal wieder unter Beweis gestellt hatte, dass er auf dem rechten Auge fast blind ist. Dass diese Blindheit nicht von ungefähr kommt, lässt ein Blick auf die Anfänge „unseres“ Geheimdienstes erahnen.

Im bei München gelegenen Pullach lernten bundesdeutsche Spione unmittelbar nach dem Krieg alles, was ein Geheimagent damals wissen musste. Die Mehrzahl der auszubildenden Agenten waren Männer mit brauner Vergangenheit: Angefangen bei einfachen Mitgliedschaften in der NSDAP, der SA oder der SS ging es über höhere Dienstränge bei SA und SS bis hin zu Massenmördern und Schlüsselfiguren des Holocaust. Eine unabhängige Historiker-Kommission zur BND-Geschichte erhielt im letzten Jahr erstmals Einblick in zuvor geheime Akten und kann damit nun beweisen, was zuvor schon von vielen vermutet wurde: Der BND wurde von und mit Nazis aufgebaut. Die Geschichte des BND muss ganz neu aufgearbeitet werden.