Im zweiten Teil unserer Drogeninfo-Serie wollen wir uns einem Psychedelikum widmen, das unsere Gesellschaft, unsere Kultur und damit unsere Welt nachhaltig verändert hat, seit dem es in den 60er-Jahren globale Bekanntheit erlangen konnte. Die Rede ist vom d-Lysergsäure-diäthylamid, kurz: LSD.

 

Was ist LSD und wo kommt es her?

 

Es war der Schweizer Naturstoffchemiker Dr. Albert Hofmann, der am 16. November 1938 für seinen Arbeitgeber, den Pharmariesen Sandoz in Basel, auf der Suche nach einem Kreislaufstimulans mit dem in der Natur vorkommenden Lysergsäureamid (LSA, LA, LA-111) experimentierte und dabei das LSD synthetisierte. Hofmann hatte das Lysergsäureamid aus dem Mutterkornpilz Claviceps purpurea isoliert, der auf Getreide und anderen Gräsern schmarotzt, und daraus zum ersten Mal in der Geschichte LSD hergestellt. Nach eingehender pharmakologischer Prüfung im Tierversuch konnten die Wissenschaftler bei der Sandoz jedoch keine kreislaufstimulatorische Effektivität des LSD feststellen und somit verschwand die Substanz in der Schublade des Chemikers Dr. Hofmann. Erst fünf Jahre später, angetrieben von einer seltsamen und diffusen Ahnung, möglicherweise etwas übersehen haben zu können, stellte Albert Hofmann seine neue Substanz erneut her. Es war ein vermeintlicher Zufall, dass Albert eine Spur LSD vermutlich über die Haut des Fingers aufgenommen hatte. Jedenfalls erlebte der Forscher an diesem Tag den ersten LSD-Trip der Geschichte – diesmal noch unfreiwillig: „Vergangenen Freitag, 16. April 1943, musste ich mitten am Nachmittag meine Arbeit im Laboratorium unterbrechen und mich nach Hause begeben, da ich von einer merkwürdigen Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl, befallen wurde. Zu Hause legte ich mich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch eine äußerst angeregte Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen – das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell – drangen ununterbrochen phantastische Bilder von außerordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf mich ein. Nach etwa zwei Stunden verflüchtigte sich dieser Zustand“ (Albert Hofmann: LSD – Mein Sorgenkind).

Von diesem Erlebnis angespornt nahm Albert Hofmann sich vor, als nächstes einen kontrollierten Selbstversuch mit dem Molekül zu unternehmen. Weil er zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nichts von der Substanz wusste und daher natürlich auch nicht deren Potenz kannte, begann er am 19. April 1943 die „geplante Versuchsreihe mit der kleinsten Menge, von der, verglichen mit der Wirksamkeit der damals bekannten Mutterkornalkaloide, noch irgendein feststellbarer Effekt erwartet werden konnte, nämlich mit 0,25 mg“. 0,25 Milligramm, also ein Viertelmilligramm, entspricht 250 Mikrogramm. Albert Hofmann hatte also eine hohe Dosierung gewählt, mit der Psychonauten zwar in aller Regel gut klarkommen, allerdings war Hofmann zu dieser Zeit ja in keiner Weise auf das vorbereitet, was ihn mit dieser Dosis erwarten würde: „Ich konnte nur noch mit größter Anstrengung verständlich sprechen und bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch orientiert war, mich nach Hause zu begleiten. Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. Schließlich doch noch heil zu Hause angelangt, war ich gerade noch fähig, meine Begleiterin zu bitten, unseren Hausarzt anzurufen und bei den Nachbarn nach Milch zu fragen. (…) Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. Alles im Raum drehte sich und die vertrauten Gegenstände und Möbelstücke nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarsfrau erkannte ich kaum mehr. Das war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze“. Nach dieser Reihe von Horrorvisionen kehrte sich dann aber der Rauschzustand in einen glücksvollen Zustand: „Jetzt allmählich begann ich das unerhörte Farben- und Formenspiel zu genießen, das hinter meinen geschlossenen Augen andauerte. Kaleidoskopartig sich verändernd, drangen bunte, phantastische Gebilde auf mich ein, in Kreisen und Spiralen sich öffnend und wieder schließend, in Farbfontänen zersprühend, sich neu ordnend und kreuzend, in ständigem Fluss. Besonders merkwürdig war, wie alle akustischen Wahrnehmungen, etwa das Geräusch einer Türklinke oder eines vorbeifahrenden Autos, sich in optische Empfindungen verwandelten. Jeder Laut erzeugte ein in Form und Farbe entsprechendes, lebendig wechselndes Bild. Erschöpft schlief ich dann ein und erwachte am nächsten Morgen erfrischt mit klarem Kopf, wenn auch körperlich noch etwas müde. Ein Gefühl von Wohlbehagen und neuem Leben durchströmte mich“.

Heutzutage wird in Gedenken an diesen ersten bewussten LSD-Trip Albert Hofmanns jedes Jahr am 19. April von psychonautischen Enthusiasten die Entdeckung der psychedelischen Potenz des LSD als „Bicycle Day“ weltweit gefeiert.

Nachdem wir nun im Zusammenhang mit der Geschichte des LSD schon viel über die pharmakologische Wirksamkeit erfahren haben, kümmern wir uns zum Abschluss dieses Abschnitts um die technische Lage der Dinge: Chemisch betrachtet gehört das Lysergsäure-diäthylamid zur Stoffklasse der Tryptamine, die Substanz liegt mit der Hofmann’schen Synthese als Tartrat vor und war das fünfundzwanzigste Molekül in einer Reihe von synthetischen bzw. halbsynthetischen Derivaten der Lysergsäure, weshalb die Substanz auch LSD-25 genannt wird. Andere Namen des LSD sind Acid (geläufigster Szenename), LAD (englisch: Lysergic acid diethylamide), 9,10-Didehydro-N,N-diethyl-6- methylergolin-8β-carboxamid, N,N-Diethyl-lysergamid, Delysid (original Sandoz-LSD) und Lysergamid (Pharmakon des tschechoslowakischen Unternehmens Spofa).

 

LSD in der Natur?

 

Bisher konnte LSD als solches nicht als direkter Naturstoff nachgewiesen werden, obwohl es eine Abwandlung eines Naturstoffes ist (LSA, siehe oben). Einige Forscher, den Autoren dieses Texts eingeschlossen, sind aber davon überzeugt, dass auch das LSD eine natürliche Quelle haben muss – die schlicht und ergreifend bis dato noch nicht gefunden wurde. Der Kollege und Ethnopharmakologe Christian Rätsch hat jedoch zwei Ansätze: Es existieren in Südamerika zwei Schamanendrogen, die der Wissenschaft bislang völlig unbekannt sind und die möglicherweise LSD oder zumindest LSD-Analoga (also ähnlich wirkende Stoffe) enthalten. Die Rede ist zum einen von einer Grasart der botanischen Gattung Cyperus, die von den Schamanen Piri-piri genannt wird und in Form von psychedelischen Augentropfen Verwendung findet. Man könne, so sagen die Schamanen, mit Piri-piri Ayahuasca ähnliche Visionen haben. Aus initiatorischen Gründen bekommen die weiblichen Babys Piri-piri verabreicht, während Knaben Ayahuasca bekommen. Nach Rätsch ist das Gras ein heißer Kandidat als möglicher Lieferant natürlichen LSDs. Eine zweite Pflanze ist noch gar nicht bekannt, sondern lediglich deren nussartige Früchte, die aber auch nur einer winzigen Zahl ethnobotanisch Eingeweihter zugänglich sind. Die Früchte ähneln optisch kleinen Kastanien und werden Kamalonga oder Kabalonga genannt. Auch diese Droge soll laut Christian Rätsch eine mögliche Quelle von LSD als Naturstoff sein. Rätsch selber hatte vor Jahren die Gelegenheit, zumindest eine kleine Probe der Kamalonga-Nuss zu probieren. Er berichtete, dass ein Stückchen der Nuss, in der Größe eines Streichholzkopfes unter die Zunge gelegt, analoge Effekte erzeuge wie eine geringe Menge LSD, etwa 40 bis 50 Mikrogramm. In beiden Fällen wären chemisch-pharmakologische Untersuchungen der Rohdrogen notwendig, um letztlichen Aufschluss über das Inhaltsstoffvorkommen zu erlangen. Auch wäre es nötig, die Stammpflanze der Kamalonga zu entdecken, deren Name, Aussehen und Standort von den Schamanen streng geheim gehalten wird. Wir können aber sicher sein, dass eines Tages auch das LSD in der Natur entdeckt werden wird.

 

In welcher Form ist LSD erhältlich?

 

LSD ist in diversen Formen auf dem Markt verfügbar. Auf dem allgemeinen Straßenmarkt ist Acid meist in Form von beträufelten Löschpapierkartons erhältlich, den sogenannten Pappen, Papers, Tickets, Trips oder Blottern, die in den meisten Fällen mit buntem Artwork bedruckt sind. (Aus dieser Gewohnheit hat sich im Lauf der Zeit eine eigene Kunstrichtung etabliert: die Blotter Art.) Die Dosierung ist bei LSD nicht nachzuvollziehen, liegt bei üblichen Straßentrips jedoch meistens zwischen 50 und 250 Mikrogramm, Standard sind 100 bis 150 Mikrogramm pro Pappe. Daneben gibt es die sogenannten Micro Dots oder kurz Micros, das sind kleine mit Acid beträufelte Filzknöpfe, die entweder rund oder eckig sind oder sogar in unterschiedlichen Formen angeboten werden, zum Beispiel als Sterne oder blumenförmig. LSD-Injektionslösung, wie es sie beispielsweise unter den Namen Delysid und Lysergamid gegeben hat (siehe oben), sind heutzutage höchst selten, werden aber im eingeweihten psychonautischen Untergrund ab und zu gehandelt. Genauso verhält es sich mit LSD-Tabletten, die häufig in Drageeform, also als überzogene Pillen, daherkommen.

 

Wie wirkt LSD?

 

Zur Wirkung des LSD hatten wir im ersten Abschnitt schon einiges erfahren. Die Erlebnisse Albert Hofmanns belegen schon recht deutlich, was den User beim Experiment mit dieser machtvollen Substanz erwarten kann. Schauen wir uns noch eine wissenschaftliche Definition zur Wirksamkeit und psychopharmakologischen Effektivität vom Kollegen Daniel Trachsel an: „Etwa 20-60 Minuten nach der Einnahme von LSD werden die ersten Wirkungen spürbar. Wie stark sich die Effekte von LSD ausbreiten, hängt ausgeprägt von der Dosis ab. Manchmal äußert sich das Empfinden bei tiefen Dosierungen wie folgt: Mulmiges Gefühl in der Magengegend, ein leichtes Schauern, Kribbeln in den Armen und Beinen, unbestimmtes körperliches Unbehagen. Leicht gesteigerte Wahrnehmung der Umgebung und der Mitmenschen wird oft beobachtet. Empfindliche und empfängliche Personen vermögen bereits mit 20-30 µg erste Effekte zu spüren, während andere deutlich höhere Dosierungen benötigen. Bei intensiver wirkenden Mengen LSD können beobachtet werden: Veränderung der visuellen, taktilen, auditiven Geruchs- und Geschmackswahrnehmung. Veränderung des Raum-Zeit-Empfindens, lebhafte Farbbilder, geometrische Pseudohalluzinationen, intensivierte Farben, Nachbilder, Halofarben um Objekte herum, Vergrößerung und Verkleinerung des Umfeldes und des eigenen Körpers, geometrische Leuchtbilder, Farbverschmelzen, Verzerrung des visuellen Sichtfeldes, Schmelzen von Gegenständen. Bei höheren Dosierungen erfolgt oft eine Auflösung des „Ich“ und eine Entbindung vom eigenen Körper. Das völlige Loslösen von Ego und Körper gilt als außerordentlich intensives Erlebnis und ist als existentielle Erfahrung häufig von Sterbeängsten begleitet. Des weiteren kann der Konsument nichtverbales Kommunizieren, Verschmelzen mit der Umwelt, Philosophieren und vielfaches Bewusstsein erfahren. Synästhesien können auftreten, so dass beispielsweise Töne gesehen und Gerüche gehört werden können. Das Maximum der Wirkung ist nach 2-5 Stunden erreicht. Nach dem Maximum folgt eine gleichmäßige Abnahme, bis schließlich nach 8-12 Stunden der Rausch gänzlich verflogen ist“ (Trachsel 2011: 258).

Nicht vergessen werden darf, wenn es um die Wirksamkeit geht, der therapeutische Nutzen, der von LSD ausgeht und der mit der Prohibition unterminiert wird. Im Rahmen der psycholytischen (mit geringen Mengen Psychedelika) bzw. psychedelischen Psychotherapie (mit hohen Dosierungen Psychedelika) ist der Therapeut mit Hilfe psychedelischer bzw. entaktogener Werkzeuge befähigt, den Patienten in einen Zustand zu versetzen, in dem er oder sie das eigene Innenleben in ungeahnter Weise zu reflektieren und Probleme entsprechend fast selbständig oder mit Hilfestellung durch den Arzt aufzudecken und zu bearbeiten in der Lage ist. Psychische Traumata und Belastungsstörungen zum Beispiel können auf diese Art behandelt werden. Das Auftreten von mystischen Erfahrungen, wie es unter LSD-Einfluss besonders häufig der Fall ist, kann zudem verhelfen, psychische und auch physische Blockaden zu lösen bzw. den Patienten in den Stand zu versetzen, fortan erfolgreich an einer Therapie ebensolcher Leiden zu arbeiten. Leider verhindert der weltweite War on Drugs einen freien und offiziellen Einsatz von Psychedelika, so dass auch das LSD als Therapeutikum ausfällt bzw. nur unter Einhaltung krassester und hanebüchenster Auflagen ausnahmsweise verwendet werden kann. Die US-amerikanische Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (MAPS) arbeitet seit Jahr und Tag daran, die Psychedelika und Empathogene wieder in den klinischen Alltag zurückzuholen. In der Schweiz hat es jüngst auch eine LSD-Studie vom Solothurner Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Peter Gasser gegeben, die allerdings lediglich zwölf Probanden einschloss. Bekannt ist auch die Schweizerische Gesellschaft für Psycholytische Therapie (SÄPT), die viel in dieser Richtung arbeitet. Es ist aber auf jeden Fall noch viel zu tun, um dem LSD und den anderen Entheogenen und Psychedelika wieder den medizinischen und therapeutischen Stellenwert einräumen zu können, der ihnen gebührt.

 

Birgt LSD-Genuss auch Risiken und Gefahren?

 

Abgesehen von den allgemeinen Risiken und Gefahren, die von potenten Psychedelika ausgehen können, nämlich die Aktivierung einer versteckt vorhandenen Psychose und die Überdosierung, die durchaus und je nach Dosis zu heftigen Bad Trips oder Horrortrips führen kann, ist das Gefahrenpotenzial des LSD eher gering. Konsumenten sollten auf dem akuten LSD-Trip darauf bedacht sein, im einem geschützten Rahmen zu verweilen, weil gerade höhere Dosierungen häufig zu einem Verlust der Achtsamkeit gegenüber alltäglichen Situationen führen. So kann man unter Umständen die Straße nicht mehr gefahrlos überqueren, wenn man gerade „voll drauf“ ist. Körperlich hinterlässt LSD bei sachgemäßer Anwendung keine Spuren, weil es in den benötigten Dosierungen absolut ungiftig, der Fachmann sagt: atoxisch, ist. Es gibt allerdings Trends in der vermeintlichen „Szene“, die riskant sein können. So ist zum Beispiel das berüchtigte Bottle Washing eine gefährliche Angelegenheit! Bottle Washing heißt, vermeintlich leere Fläschchen mit LSD-Lösung auszuspülen und die anhaftenden Reste zu schlucken. Das kann aber rasch zu einer mehrfachen derben Overdose führen – mündige Psychonauten unterlassen derartige Sperenzchen oder tragen allenfalls die Verantwortung für ihr kopfloses und unbedarftes Tun.
Im Falle einer wie auch immer gearteten schlechten LSD-Erfahrung kann mit Benzodiazepinen Abhilfe geschaffen werden, zum Beispiel mit Diazepam (Valium) und Lorazepam (Tavor), 10 bis 20 Milligramm Diazepam bzw. 1 bis 2,5 (im schweren Fällen auch bis zu 5) Milligramm Lorazepam beenden einen psychedelischen Trip in aller Regel innerhalb von etwa 15 Minuten. Der Konsument kann dann sogar meist ausgiebig ruhen oder sogar schlafen, bevor er das Erlebte im Alltagsbewusstsein zu verarbeiten hat. Klinisch kann ein Bad Trip mit Chlorpromazin abgebrochen werden.
Einen ausführlichen Trip Guide mit vielen Hinweisen für eine gelungene psychonautische Reise findet ihr in der thcene-Ausgabe 5/2014.

 

Wieso ist LSD verboten?

 

Auch dieser Abschnitt ist rasch abgehandelt, denn es gibt von Seiten der Gesetzgebung schlicht keine vernunftbasierte Erklärung dafür, weshalb LSD und die anderen Psychedelika verboten sind. Es ist sicherlich nicht das Bedürfnis der Politiker und Regenten, die Menschen vor (vermeintlichen) Gesundheitsgefahren zu schützen. Die Menschen sind solchen Leuten völlig egal. Das liegt auf der Hand. Denn ginge es darum, „das Volk zu schützen“, wie immer wieder medienwirksam betont wird, dann wären längst ganz andere Einrichtungen und Marotten verboten worden, McDonald’s und Fastfood, Massentierhaltung und Ausbeutung zum Beispiel. Außerdem werden Regierungen und Politik ohnehin nur von den Wirtschaftsbossen, die unsere Welt diktieren, als Marionetten benutzt und haben höchstens die Aufgabe, die derzeitige Drogenpolitik und andere schädliche Gesetze und Gebaren zu rechtfertigen und beizubehalten. Wieso LSD verboten ist, lässt sich indes schnell erklären: Es jagt den Machthabern Angst ein. Stichworte: Kulturrevolution und Hippiezeit. Muss da noch mehr gesagt werden? LSD und andere Psychedelika regen ihre Konsumenten häufig dazu an nachzudenken und das gängige kranke System zu durchschauen und in Frage zu stellen. Es ist die psychedelische Gemeinschaft, die bis heute zum Glück weltweit wächst und gedeiht, die den Machthabern dieser Welt Schrecken einjagt. Und es sind die Verstrickungen des organisierten Verbrechens, das mit den wirtschaftlichen Machthabern dieser Welt Hand in Hand geht und ebenfalls ein großes Interesse daran hat, dass alle derzeit illegalisierten Drogen auch weiterhin verboten bleiben. Wir gehen in dieser, wie auch in fast jeder anderen Hinsicht in unserer ach so zivilisierten Gesellschaft definitiv den falschen Weg. Allerdings schert die Prohibition das LSD nur wenig, konnte es sich doch in unserer Kultur fest installieren – und die Auswirkungen der LSD-Kultur sind bis heute allgegenwärtig. In bildender Kunst, im Film, in der Musik (man denke nur an Acid Rock, Acid House, Acid Techno etc.), in der Literatur, in alltäglichen Artefakten (wie z. B. der Smiley, der eigentlich vom US-Amerikaner Harvey Ball erfunden wurde und schnell als Symbol der Acid-Bewegung weltweite Verbreitung fand) – überall finden sich Einflüsse der psychedelischen Erfahrung, insbesondere der LSD-Welten.

 

Literatur zum Thema

Berger, Markus und Hartwin Rohde (2003), Entheogene Blätter: Sonderheft „60 Jahre LSD“, Berlin: mailab-Verlag

Bröckers, Mathias und Roger Liggenstorfer (2006), Albert Hofmann und die Entdeckung des LSD, Aarau: AT Verlag

Hagenbach, Dieter und Lucius Werthmüller (2011), Albert Hofmann und sein LSD, Aarau: AT Verlag

Hofmann, Albert (1979/2001), LSD – Mein Sorgenkind, Stuttgart: Klett-Cotta

Hofmann, Albert (2000), Die Mutterkornalkaloide, Solothurn: Nachtschatten Verlag

Hofmann, Albert (2011), Tun und Lassen, Solothurn: Nachtschatten Verlag

Olvedi, Ulli (1972), LSD-Report, Frankfurt/M.: Suhrkamp

Rätsch, Christian (1998), Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, Aarau: AT Verlag

Rätsch, Christian (1993), 50 Jahre LSD-Erfahrung, Löhrbach: Werner Pieper’s MedienXperimente

Trachsel, Daniel (2011): Psychedelische Chemie, Solothurn: Nachtschatten Verlag

Turner, D. M. (1997/2012), Der psychedelische Reiseführer, Solothurn: Nachtschatten Verlag