Im vierten Teil meiner Drogeninfo-Reihe will ich mich eingehend mit den Psilocybinpilzen und deren psychedelischen Inhaltsstoffen beschäftigen. Die Psilocybin bzw. Psilocin enthaltenden Pilze wachsen weltweit, und auch in unseren Gefilden finden sich viele Zauberpilze, die sich abhängig von Gattung und Art vom Sommer bis in den späten Herbst an ihren Standorten blicken lassen. Das Irrsinnige: Selbst die bei uns heimischen Zauberpilze sind dem Hexenhammer der Drogenprohibition zum Opfer gefallen, das heißt: Das Aufsammeln, Mitnehmen, Lagern, Besitzen, Zubereiten etc. ist komplett illegalisiert, obgleich diese Gewächse zur Flora unserer Heimat gehören. Der Fliegenpilz, um den es in dieser Info nicht gehen wird, ist übrigens nicht verboten. Er enthält auch kein Psilocybin oder Psilocin, sondern Ibotensäure und Muscimol. Beide Stoffe unterliegen nicht den Bestimmungen des BtMG. Auf ins Land der Pilze und Narrenschwämme!

 

Was sind Zauberpilze?

 

In psychonautischen Kreisen ist immer wieder die Rede von Psilocybin-Pilzen, kurz Psilos, dabei wissen längst nicht alle, was damit genau gemeint ist. Zeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen: Da gibt es auf der einen Seite die Pilzarten der mykologischen Gattung Psilocybe, die im Deutschen „Kahlköpfe“ genannt werden. Die Gattung enthält Dutzende von Spezies, die psychedelische Inhaltsstoffe aufweisen, auf jedem Erdteil kommen mehrere dieser Arten vor. Und diese Pilze nennt man Psilos – jedoch hauptsächlich aufgrund ihres Inhaltsstoffvorkommens und nur untergeordnet wegen ihres Gattungsnamens. Auf der anderen Seite existiert da eine Vielzahl von Pilzorganismen, die nicht zur Gattung der Psilocybe gerechnet werden, die aber ebenfalls Psilocybin, Psilocin und andere psychoaktive Tryptamine enthalten. Zu diesen zählen einzelne Düngerlingsarten, Samthäubchen, Dachpilze und andere (siehe dazu den Punkt „Welche Pilze beherbergen psychedelische Moleküle?“). Auch diese Pilze gehören zu den sogenannten Psilos.

 

Kurzer Exkurs zur Geschichte

 

Weil die psilocybinischen Pilze in der ganzen Welt vorkommen, können wir getrost davon ausgehen, dass sie zu allen Zeiten bekannt waren und von den schamanischen Kulturen der Erde auch verwendet wurden. In den 1950er-Jahren war es dann der Privatgelehrte und spätere Begründer der Ethnomykologie, R. Gordon Wasson, der in Mexiko bei der Schamanin Maria Sabina den entheogenen Pilzkult als erster für die „zivilisierte“ Wissenschaft entdeckte und das Wissen um die Verwendung der „Zauberpilze“ (mexikanisch Teonanácatl = Fleisch der Götter) in die Welt trug. Es war der Baseler Naturstoffchemiker und LSD-Entdecker Dr. Albert Hofmann von der Sandoz, der als erster und einziger in der Lage war, die Wirkprinzipien der Pilze (damals der Art Psilocybe mexicana) zu isolieren und an sich selbst zu testen. Das war im Jahr 1955. Er nannte die Stoffe gemäß des Gattungsnamens der Pilze Psilocybin und Psilocin. Hofmann reiste in der Folge zusammen mit Wasson zu Maria Sabina und befasste sich begeistert mit dem Pilzschamanismus. Erst später wurde nach und nach klar, dass Psilocybin-Pilze nicht nur auf dem amerikanischen Kontinent, sondern auf dem gesamten Globus vorkommen.
Seit dem Zeitpunkt der Rechtskraft der UN-Konvention über psychotrope Substanzen von 1971 (Convention on psychotropic substances) fallen Psilocybin und Psilocin in die Kategorie der kontrollierten Substanzen. In Deutschland herrschte bezüglich der Fruchtkörper psilocybinischer Pilzorganismen bis 2006 juristische Unklarheit, weil bis dato lediglich Pflanzen und Pflanzenteile vom BtMG erfasst waren, Pilze aber nach neuerer wissenschaftlicher Klassifikation nicht zu den Pflanzen zählen, sondern ein eigenständiges Reich bilden. Heute erfasst das Anti-Drogengesetz die entsprechenden halluzinogenen Organismen – und damit auch Pilze.

 

Inhaltsstoffe der Zauberpilze

 

Zauberpilze gibt es viele. So haben nicht nur die in dieser Drogeninfo besprochenen Pilzorganismen psychoaktive Eigenschaften, sondern es gibt eine Vielzahl an geist-bewegend wirksamen Pilzen, zum Beispiel den Fliegenpilz, den Pantherpilz und Verwandte, das Mutterkorn Claviceps purpurea (mit seinen Ergotalkaloiden, z. B. Lysergsäureamid (Ergin, LSA, LA-111), aus dem auch das LSD-25 hergestellt werden kann), diverse Baumpilze, verschiedene Schimmelpilze und so weiter und so fort. Im Rahmen dieses Artikels interessieren wir uns für die Pilze, die ganz spezielle Wirkstoffe enthalten, nämlich die klassischen Pilztryptamine, auf die wir nun im Einzelnen eingehen wollen.

 

Psilocybin

 

Immer wieder wird dieses Tryptamin als Hauptwirkstoff angegeben, obwohl es das gar nicht ist. Es gibt einige Pilze, die Psilocybin in recht großen Mengen enthalten, aber auch solche, die den Stoff gar nicht beherbergen. Dafür enthalten diese Pilze, zum Beispiel der bei uns einheimische Spitzkegelige Kahlkopf, Psilocybe semilanceata, das Tryptamin Psilocin (siehe unten), welches das eigentlich wirksame Molekül darstellt. Psilocybin ist der Phosphorsäureester des Psilocin und damit, wie dieses, ein Derivat des Dimethyltryptamin (N,N-DMT). Psilocybin wird nach Einnahme im Magen auf direktem Wege in Psilocin umgewandelt, welches dann im menschlichen (und auch tierischen) Organismus die typischen Tryptamin-Visionen erzeugt.

 

Psilocin

 

Der eigentlich wirksame Inhaltsstoff der Psilos heißt Psilocin und wird chemisch 4-HO-DMT (4-Hydroxy-N,N-dimethyltryptamin) genannt. Damit gehört das Molekül, so wie das Psilocybin, zu den DMT-Derivaten. Psilocin ist, wie Psilocybin, ein DMT-Abkömmling, der eine orale Aktivität aufweist, das heißt: Psilos können gegessen oder getrunken werden, um ihre Wirksamkeit zu entfalten, was beim N,N-DMT nur in Verbindung mit einem Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) möglich ist. In jedem anderen Fall baut die MAO das DMT noch vor Erreichen des Gehirns ab. Das ist bei Psilocin und Psilocybin nicht der Fall.

 

Baeocystin/Norbaeocystin

 

Zwei nebensächliche, aber ebenfalls (schwach) psychoaktive Moleküle, die in Psilos vorkommen, sind Baeocystin und Norbaeocystin – wie Psilocybin und Psilocin Indolamine. Dabei ist Norbaeocystin die natürliche Vorstufe innerhalb der Biosynthese des Baeocystins und Baeocystin selbst die biosynthetische Vorstufe (engl. Fachbegriff: precursor) des Psilocybins. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht.

 

Psilocybin

 

Synthetische Abkömmlinge und Analoga

 

In der heutigen Zeit gibt es viele synthetische Psychoaktiva. Auch die Tryptamine werden dabei im Rahmen der Produktion von „Legal Highs“ nachgeahmt und modifiziert, um dann (als unerforschte und meist völlig unbekannte) Stoffe auf den Markt geworfen zu werden – freilich nur so lange, bis die Politiker wieder mal eine Revision des Betäubungsmittelgesetzes umsetzen. Sobald das erfolgt ist und die neuen Stoffe dem gesetzlichen Hexenhammer unterworfen sind, stehen die Drogenproduzenten schon mit neuen Abwandlungen der altbekannten Moleküle in den Startlöchern. Dabei vergessen wir gerne eines: Diese chemischen Abwandlungen von Naturstoffen sind nun wirklich nichts Neues. Es gibt zum Beispiel zwei Modifikationen des Psilocybins/Psilocins, die von Albert Hofmann und Kollegen höchstpersönlich entwickelt und auch getestet wurden. Das eine nennt sich CZ-74 (chemisch: 4-HO-DET = 4-Hydroxy-diethyltryptamin) und CY-19 (4-Hydroxy-N,N-diethyltryptamin-Phosphat). Interessant: CY-19 verhält sich zu CZ-74 wie Psilocybin zu Psilocin, sprich: Das eine ist der Phosphorsäureester des jeweils anderen. Beiden synthetischen Molekülen ist zu eigen, dass sie sehr ähnlich, nur zuweilen (jedoch nicht immer) etwas kürzer wirken als die eigentlichen Stammsubstanzen. Großangelegte Forschungsarbeiten mit diesen Psilocybinderivaten fehlen bislang leider.

Beliebige Pilze, die mit Tryptaminen bzw. speziell mit Psilocybin-Analoga versehen sind, können immer mal wieder Thema sein. Gerade in Drogenforen im Internet werden solche Phänomene (bzw. Gerüchte) gerne diskutiert. Ich bezweifle nicht, dass es verirrte Menschen gibt, die solche Pilze zubereiten und vertreiben, ich habe jedoch in meiner langen psychedelischen Karriere noch niemals solche Pilze gesehen und auch niemanden kennengelernt, der mit derartigen Organismen zu tun gehabt hätte. Weil Psilocybin-Pilze in der Natur extrem häufig vorkommen, wäre es auch verschenkte Zeit, solche Produkte herzustellen, wo doch schließlich im Grunde jeder, der über einen etwas geübten Blick verfügt, die Zauberpilze vor seiner Haustür sammeln kann.

 

Welche Pilze beherbergen psychedelische Moleküle?

 

Wie weiter oben bereits angesprochen, gibt es eine Vielzahl an Pilzgattungen, die Arten von Psilocybin-/Psilocin-Bildnern (also wirkstoffhaltige Spezies) umfassen. Neben der bekanntesten Gattung, die auch den pilzlichen Wirkstoffen ihren Namen verliehen hat (bzw. hat das Albert Hofmann getan, nachdem er die Moleküle erstmals identifiziert hatte) – das ist der Genus Psilocybe sp. – kennen wir weitere Gattungen von Psilocybin-Pilzen, nämlich Conocybe (deutsch: Samthäubchen, Familie der Agaricaceae), Copelandia (deutsch: Tintlinge, Familie der Coprinaceae), Galerina (deutsch: Häublinge, Familie der Cortinariaceae), Gymnopilus (deutsch: Flämmlinge, Familie der Cortinariaceae), Inocybe (deutsch: Risspilze, Familie der Cortinariaceae), Panaeolus (deutsch: Düngerlinge, Familie der Coprinaceae) und Pluteus (deutsch: Dachpilze, Familie der Pluteaceae).

Aber Vorsicht: Nicht alle Vertreter der genannten Gattungen enthalten die psychedelischen Prinzipien, im Gegenteil: So enthalten beispielsweise manche Arten der Gattung Galerina tödlich giftige Inhaltsstoffe, während nur wenige Arten psychoaktive Eigenschaften aufweisen.

Für den Pilzsammler ist es von besonderem Interesse, sich mit den zu sammelnden Exemplaren sehr gut auszukennen. Ein geübtes Auge und Erfahrung im Umgang mit Pilzen sind hier lebensrettende Eigenschaften, ohne die man sich nicht auf die Suche nach psychoaktiven Pilzen begeben sollte.

 

Pilze unserer Heimat

 

Den meisten Psychonauten im deutschsprachigen Raum wird der Spitzkegelige Kahlkopf Psilocybe semilanceata bekannt sein, zumindest vom Namen her. Es gibt aber in unseren Gefilden deutlich mehr psilocybinische Pilze – und die schauen wir uns nun kurz an.

In der bekanntesten Gattung Psilocybe (Kahlköpfe) sind es vier bzw. fünf Spezies, die in Mitteleuropa gefunden werden können, nämlich Psilocybe semilanceata (siehe oben), der Blauverfärbende Kahlkopf Psilocybe cyanescens, der Böhmische Kahlkopf Psilocybe bohemica (der möglicherweise eine Varietät des Psilocybe cyanescens ist), der Azurblauverfärbende Kahlkopf Psilocybe azurescens sowie die „neue“ Art Psilocybe germanica, die erst kürzlich vom Pilzforscher Dr. Jochen Gartz entdeckt und beschrieben wurde (siehe dazu den nachfolgenden Punkt). Immer wieder kann man als Referent die Fragezeichen in den Augen des Publikums sehen, wenn man erwähnt, dass Psilocybe azurescens zu den in Deutschland heimischen Psilocybin-Pilzen gehört. Ursprünglich ist diese Spezies nämlich in den USA heimisch. Seit 2001 werden jedoch größere Wildvorkommen dieser Art auch bei uns nachgewiesen – vermutlich hat sich der Azurblauverfärbende Kahlkopf durch illegale Freilandkultur schlichtweg ausgewildert.

Eine weitere Gattung, die eine einheimische Psilo-Art enthält, ist die der Düngerling, botanisch Panaeolus. Die Spezies Panaeolus subbalteatus (Synonym: Panaeolus cinctulus, Dunkelrandiger Düngerling) wächst im späten Frühjahr, im Sommer und im Herbst auf Weiden und Wiesen, gern auf Pferdedung und anderen Medien (vornehmlich auf Tiermist) und enthält Psilocybin.
In der Gattung Gymnopilus (Flämmlinge) ist es die Art Gymnopilus purpuratus, die Psilocybin enthält, in der Gattung Inocybe (Risspilze) sind es die Spezies Inocybe aeruginascens und Inocybe haemacta, bei den Conocyben (Samthäubchen) ist die Art Conocybe cyanopus von Interesse, und in der Gattung der Dachpilze, Pluteus sp., die Art Pluteus salicinus.

 

Ein „neuer“ Psilo!

 

Der bekannte Pilzforscher Dr. Jochen Gartz aus Leipzig machte kürzlich einen sensationellen Fund, denn er entdeckte zusammen mit dem Kollegen Georg Wiedemann eine neue Art der Gattung Psilocybe, nämlich den Deutschen Kahlkopf Psilocybe germanica. Diese Art ist holzzersetzend und produziert Psilocybin, Psilocin und Baeocystin und unterscheidet sich morphologisch deutlich von den bisher bekannten Spezies unserer Heimat. Eine detaillierte Beschreibung der neuen Art wird ab 1. Oktober in Ausgabe 2 des Magazins für psychoaktive Kultur, Lucys Rausch (Solothurn: Nachtschatten Verlag) publiziert werden. Bislang ist lediglich die englischsprachige Erstveröffentlichung des Fundes inklusive lateinischer Diagnose verfügbar.

 

Zur Wirkung der Psilos

 

Nachdem wir nun ausgiebig über die Pilze selbst und deren Inhaltsstoffe berichtet haben, ist es an der Zeit, ein Wort über die Wirkung der Pilztryptamine zu verlieren. Albert Hofmann, der sowohl das LSD entdeckte, wie auch die Pilzwirkstoffe als erster zu isolieren in der Lage war (siehe oben), befand den Pilztrip als äußerst LSD-ähnlich, wenn nicht gar gleich, wenn auch mit unterschiedlich gefärbten Nuancen. Ich zitiere, wie in dieser Reihe bisher gehandhabt, den Chemiker und Psychedelika-Forscher Daniel Trachsel aus der Schweiz mit seiner Definition der Pilz- bzw. Psilocybinwirkung: „Wird Psilocybin oder Psilocin in Reinform eingenommen, so dauert es 10-30 Minuten, bis sich die ersten Anzeichen einer Wirkung bemerkbar machen. Beim Verzehr der Pilze kommt es auf die Art der Zubereitung an (…). Die ersten Effekte sind eine Entspannung der Muskulatur und eine leichte Veränderung der optischen Wahrnehmung. Anschließend treten Schwindelgefühl, Gedankenflucht, bei höherer Dosierung optische und manchmal auch akustische Pseudohalluzinationen auf. Die optischen Effekte zeichnen sich durch fantastische Form- und Farbvisionen aus, die oft geometrischer Natur sind. Es wird auch berichtet, man erfahre eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Die durch Psilocybin geförderte Selbsterkenntnis und die meist positive Gefühlsfärbung tragen zum Potenzial bei, es zur Psychotherapie nutzen zu können. Im Gegensatz zu LSD werden bei Psilocin/Psilocybin selten Gefühlsschwankungen beobachtet, die den Konsumenten bedrängen. Der Psilocin-/Psilocybin-Trip verläuft stabiler und ist leichter steuerbar, wenn auch ein gutes Set/Setting für einen guten Verlauf notwendig ist“.

 

Risiken und Gefahren

 

Die Risiken und Gefahren, die mit der Einnahme von Tryptaminpsychedelika einhergehen können, sind recht überschaubar. Im Vergleich zu vielen Stoffen aus der Klasse der Phenylethylamine (zum Beispiel Meskalin, MDMA, 2C-x, Amphetamin etc.), die durchaus körperlich auszehrend sein können, induzieren Tryptaminhalluzinogene bei sachgemäßem Gebrauch nur sehr spärlich körperlich (potenziell) unangenehme Effekte. Zu nennen sind im Rahmen einer Auflistung der Risiken die mögliche Aktivierung einer latent schlummernden Psychose sowie die Gefahr, einen „Bad Trip“ zu erleben, weil man unter Umständen mit der psychedelischen Wirkung der Substanz(en) nicht zurecht kommt. Präservativ ist hier die genaue Kenntnis der Theorie um Dosis, Set und Setting (siehe dazu auch die anderen Drogeninfos in den vorhergehenden Ausgaben der thcene). Im Falle eines „Horrortrips“ helfen durchschnittliche Dosierungen von gängigen Sedativa vom Typus der Benzodiazepine (zum Beispiel 5 bis 10 (selten bis 20) mg Diazepam, bekannt als Valium, und 1 bis 2,5mg Lorazepam, bekannt als Tavor, Temesta usw.).

 

Dosierung

 

Pilze korrekt zu dosieren setzt voraus, sich mit den Inhaltsstoff-Vorkommen der einzelnen Arten auszukennen. Erschwert wird das Ganze jedoch stets von den Wirkstoff-Schwankungen, denen Pilze innerhalb einer Gattung und Art unterliegen können. Daher muss man sich, obgleich für viele Pilze Standardwerte ermittelt wurden, an die Dosierung von bislang unbekannten Pilzfunden vorsichtig und langsam herantasten. Hier eine Übersicht über die zu erwartende Potenz diverser Dosierungen der Reinstoffe Psilocybin und Psilocin: 2 bis 3 Milligramm der Wirkstoffe haben erste, leicht spürbare Wirkungen zur Folge. 4 bis 9 Milligramm wirken anregend und womöglich schon leicht psychedelisch. 10 bis 15 Milligramm induzieren schon eine durchschnittliche bis starke entheogene Erfahrung, alle darüber liegenden Werte können als starke bis sehr starke Dosierung gelten, die heftige psychedelische Effekte zur Folge haben kann. Die Einnahme von mehr als 20 Milligramm Reinstoff ist unsinnig.

 

Wieso sind Magic Mushrooms und Psilocybin verboten?

 

Diese Frage muss genauso beantwortet werden, wie die Fragen der bisherigen Drogeninfos zu Cannabis, LSD und MDMA: Es gibt für das Verbot der Pilze und Pilzwirkstoffe schlicht keine vernünftige Begründung. Es ist der durch und durch irrationale, rassistische und auf Wirtschaftskalkül basierende War on Drugs, der die Arbeit mit diesen wunderbaren Zauberpilzen verbietet. Dabei könnten Psilocybin, Psilocin und die Magic Mushrooms auch in der Medizin hervorragend eingesetzt werden, weil sie nicht nur antidepressiv wirksam sind und darüber hinaus auch in der Psychotherapie von großem Nutzen wären. Sie wirken außerdem bei vielen Menschen gegen Migräne, Cluster- und „normalen“ Kopfschmerz und sogar bei Menstruationsschmerzen ganz hervorragend. Mit Dosierungen weit unterhalb der psychoaktiven Schwelle (meist ist nur ein kleines Stengel-Stück notwendig) können Kopfschmerzanfälle und menstruationsbedingte Krämpfe innerhalb weniger Minuten aufgehoben, zumindest aber deutlich gelindert werden. Die Drogenpolitik verhindert hier, wie so oft, die eingehende Beschäftigung mit diesen natürlichen und wirksamen Therapeutika.