Stille, Aufmerksamkeit, Konzentration, im Hier und Jetzt sein, in sich hinein hören. Darum geht es bei der Meditation. Diese spirituelle Praxis hat eine lange Tradition und wird weltweit durch verschiedene Techniken praktiziert. In vielen Kulturen und Religionen ist die Meditation eine Erfahrungs- und Lebensform, die einen wichtigen Platz im täglichen Leben einnimmt.

Meditation an sich ist ein Mittel für veränderte Bewusstseinszustände und Bewusstseinserweiterung, wofür keine psychoaktiven Substanzen von Nöten sind. Und doch hat Cannabis eine lange Tradition in der Geschichte der Mediation.

Viele religiöse Gruppen verwenden Cannabis als Sakrament oder betrachten dessen Gebrauch in irgendeiner Weise als heilig oder als spirituell.

 

Die Rastafari-Bewegung

 

Die Rastafaris sind eine der berühmtesten religiösen Gruppen, in der Meditation und Cannabiskonsum einher gehen. Sie glauben, dass Cannabis das in der Bibel erwähnte “heilige Kraut” sei und dass sein Gebrauch den Glauben und die Verbindung mit dem Göttlichen vertiefen würde. Trotz der Mythologien, die den Gebrauch von Cannabis mit den afrikanischen Vorfahren der Jamaikaner assoziieren, nimmt man an, dass ein großer Teil der heutigen Rauchsitten der Rastafaris von indischen Auswanderern mitgebracht wurde. Diese Vermutung stützt sich darauf, dass das Lexikon der Rastafaris überwiegend indische Dialektausdrücke wie Ganja enthält.

Das sogenannte heilige Gras wird von den Rastafaris als Spliff oder in einer Pfeife geraucht. Sie konsumieren gemeinsam auf rituelle Weise Cannabis, das sie zum Meditieren oder zum sogenannten Reasoning, das heißt Nachdenken, Argumentieren und Schlussfolgern, nutzen.

Und sicher nicht nur dafür. Da einige der beliebtesten Musikstücke des 20. Jahrhunderts von Mitgliedern dieser Gruppe komponiert wurden, beispielsweise von Peter Tosh und Bob Marley, hat sich ihr Ruhm über die ganze Welt verbreitet. Durch den Einfluss dieser Musik haben wahrscheinlich zahlreiche Menschen Verständnis für Cannabis entwickelt, die sonst keinen Bezug dazu hätten.

Die Verbreitung von Reggae-Musik über den ganzen Erdball war an sich schon eine großartige Leistung, aber Bob Marley tat weitaus mehr als das: Er sprach zu Generationen von Leuten über Freiheit, Gerechtigkeit, Einigkeit – und natürlich auch über Cannabis. Ob man ihn als Musiker, Poeten, Priester oder Propheten kennt, es gibt nur wenige Künstler, die unsere globale Kultur dermaßen positiv beeinflusst haben. Wenn er noch am Leben wäre, würde er sicher auch heute noch in ausverkauften Stadien die Massen begeistern und deren Bewusstsein erweitern.

Indiens heilige Männer, die Sadhus

 

Cannabis hat in Indien eine lange und reiche Tradition, die hinter Legenden und Religion verborgen ist. Die früheste Erwähnung von Cannabis findet sich in den Veden, den heiligen Schriften der hinduistischen Religion. Diese Texte wurden bereits in der Zeit um 2000 vor Christus verfasst. Gemäß der Veden ist Cannabis eine von fünf heiligen Pflanzen, die eine Quelle des Glücks darstellt, ein Spender von Freude und ein Mittel der (geistigen) Befreiung ist. Sie wurde dem Menschen aus Mitleid mitgegeben, damit er Frohmut empfindet und seine Furcht überwindet.

In den Tiefen des Himalaya-Gebirges, weit weg vom täglichen Treiben, wohnen die Sadhus (auch Babas genannt). Auch für sie ist Cannabis eine heilige Pflanze, die spirituell und medizinisch einen hohen Stellenwert einnimmt. Die Männer leben teilweise streng asketisch und haben das weltliche Leben völlig aufgegeben. Sadhus (wörtlich übersetzt: Gute oder auch heilige Männer) sind Mönche, die ihr ganzes Leben dem Ziel widmen, eine höhere Bewusstseinsstufe zu erreichen. Viele Sadhus rauchen entweder Haschisch oder Cannabis, unter anderem zum Zwecke der Meditation und der Bewusstseinserweiterung.

Göttlicher Shiva

 

Der berühmte Cannabissaft mit dem Namen Bhang stammt aus Indien. Der Legende nach wanderte der Hindu-Gott Shiva einst durch die Felder, nach einem Streit mit seiner Familie. Erschöpft von diesem Familienstreit und der heißen Sonne fiel Shiva unter einer blattreichen Pflanze in den Schlaf. Als er erwachte, probierte er aus Neugier etwas von den Blättern dieser Pflanze. Da ihn dies sofort erfrischte, machte Shiva die Pflanze zu seinem Lieblingsmahl. Als „Lord of Bhang“ („Herr des Bhang“) ist er deshalb weltweit bekannt.

Shiva kommt um eine Assoziation mit Cannabis im Grunde nicht umher. Von allen bekannten Göttern ist Shiva derjenige, der wohl am meisten während des Genusses von Ganja in einer seiner verschiedenen Formen abgebildet wird. Viele Anhänger Shivas nehmen Cannabis und Haschischals Sakrament zu sich.

Shiva ist aber auch unter anderen Namen in die Geschichtsbücher dieser Welt eingegangen, zum Beispiel als großer Gott, König des Tanzes oder der schreckliche Gott der Zerstörung. Die niederländische Hanfsamenbank Sensi Seeds ehrt den Hindu-Gott auf ihre ganz eigene Weise mit ihrer Shiva Skunk, einer potenten Indica-Hybride, die dem Ruf Shivas alle Ehre macht. Das Bouquet erinnert an Moschus, versetzt mit süßen Noten von Zitrusfrucht. Der Rauch ist dick, harzig und wird von Usern oft als cremig, ölig und schwer umschrieben. Shiva Skunk hat starke Effekte auf Körper und Geist. Vom Gefühl der Abenteuerlichkeit bis hin zur tiefen Einkehr ist alles möglich. Ein Gras, dass ganz sicher Eindruck macht, wie die Gottheit selbst.

Cannabis und Fokussierung der Aufmerksamkeit

 

Einer der Effekte von Cannabis ist die Entwicklung der Fähigkeit, die eigene Aufmerksamkeit bündeln bzw. sich genau auf etwas fokussieren zu können. Sei es das Gemälde an der Wand, die Ordnung der eigenen Gedanken oder die bewusste Wahrnehmung des Hier und Jetzt. Cannabis kann somit bei der Meditation helfen, sich zu konzentrieren, auf Erinnerungen zurückzugreifen, auf die Gegenwart einzulassen oder auf den eigenen Körper zu hören. Was die indischen Sadhus seit hunderten von Jahren praktizieren, kann man sich selbst zu Nutze machen. Möchte man einen tiefen meditativen Zustand erreichen, weiß aber nicht wie, dann kann Cannabis die Lösung sein.

Die Kombination von Cannabis und Meditation gehen seit jeher Hand in Hand. Der Mensch ist sich der introspektiven Kräfte von Cannabis bewusst. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich in Stille der Aufmerksamkeit auf sich selbst hingibt oder Körper und Geist mit Yoga-Übungen trainiert.

Strains zur Meditation

 

Northern Lights von Sensi Seeds ist bekannt für ihre beruhigenden, sogar träumerischen Eigenschaften, was sie für Yoga und Mediation zu einer erstklassigen Sorte macht. Die bekannte Indica steht für außergewöhnliche Harzproduktion höchster Qualität. Die glasierten Buds haben ein Honig

-Moschus-Aroma, vermischt mit einem erdigen Afghani-Unterton. Sie versprühen zudem einen Hauch von Wacholder, was äußerst verlockend ist, wenn sie getrocknet und geraucht werden.

Spricht man über Spiritualität, Cannabis-Geschichte und Hindu-Gottheiten, kommt man um den Strain Hindu Kush nicht umher. Diese Sensi Sorte sorgt für ein gemütliches, positives, beinahe hypnotisches Körpergefühl, das man von den berühmten Indicas aus großen Höhen kennt, ja beinahe erwartet. Hindu Kush ruft zudem eine ruhige, kontemplative Stimmung im Geiste hervor. Mancher beschreibt ihre Wirkung als sich-im-Trancezustand-befindend.

Ganja Yoga

 

Es gibt viele verschiedene Formen von Yoga und alle verfolgen die gleichen Ziele: Körperliche, mentale, emotionale Besserung und Entspannung. Der Übergang der gegenständlichen Realität in einen klassischen kulturellen mystischen Zustand und die Erfahrung der Einheit gehören ebenso dazu. Wie genau funktioniert das? Durch Atemtechniken, Posen (sogenannte Asanas) und Meditation. Für einige Yogis allerdings ist es die Kombination von Cannabis und Meditation, die diese Erfahrung ausmacht, sogar intensiviert. Yoga bedeutet Einigkeit und Verbindung. Für das Erreichen dieses Stadiums hat Cannabis einige Qualitäten aufzuweisen. Wenn man high ist (oder stoned), kann man sich unter anderem besser auf seine Atmung konzentrieren.

Ganja Yoga ist eine eher neue Entwicklung in der Welt des Yogas. In einigen kanadischen Städten jedoch wird Ganja Yoga bereits seit Jahren praktiziert.

Aber, wie bereits angerissen, steht hinter diesem möglichen neuen Hype eine alte Tradition, umwogen von Geschichte. Die Kombination von Cannabis und Yoga geht weit zurück. Die Times of India schreibt, dass Yoga von Shiva, der berühmten Hindu-Gottheit, entstammt. Shiva wird nämlich auch als allwissender Yogi umschrieben.

Durch Cannabis erweiterte Yogastunden sind Zusammenkünfte zum Entspannen. Für gewöhnlich verdampfen die Yogis das Ganja, da es die sauberste Form ist, um Cannabis zu sich zu nehmen. Es vor der Yogastunde zu essen wäre auch möglich, aber die Verdampfung des Krauts ist am einfachsten zu dosieren.

Cannabis stimuliert einen Bereich im Gehirn, den man Zirbeldrüse nennt und welcher in der Meditation wiederum das Chakra des dritten Auges genannt wird. Das Verdampfen (oder Rauchen) vor oder während der Stunde macht die Yogaschüler empfänglicher für die Posen und Philosophien hinter den Aktivitäten. Dass Cannabis der Muskelentspannung dient und als Schmerzmittel wirkt, trägt wiederum zum Nutzen bei. Dee Vee Marie, eine der allerersten Yogalehrerinnen der westlichen Welt, die Yogaübungen und Cannabis miteinander vereint hat und Inhaberin von FOLLOW THE BLISS in Toronto ist, nutzt die Pflanze als „heiliges Instrument“ in der Yogapraxis. Sie glaubt, dass bewusstseinserweiternde Substanzen der Kern aller mystischen Traditionen sind. Sie wirbt für Cannabis, Pilze und andere Heilkräuter als Hilfsmittel, um den „Gott im Innern“ zu erwecken.

„Cannabis ist der Menschheit älteste Pflanze, es ist also nicht überraschend, dass es mit spirituellem Erwachen in Verbindung gebracht wird.“, sagt Lu vom The House of Yoga in Toronto.

Lu bemerkt wiederum, dass sie persönlich nicht daran glaubt, dass Ganja Yoga zum Trend wird. Die soziale Angst, in der Öffentlichkeit zum Cannabiskonsum zu stehen, ist immer noch zu hoch, auch ist man schon einen langen Weg gekommen. Allerdings hofft sie, dass es „eine verstärkte Akzeptanz für die Nutzung von heiligen Medizinpflanzen als spirituelle Instrumente“ geben wird.

Fazit

 

Cannabis gibt es seit einer sehr, sehr langen Zeit. Es macht wegen seiner viel umschriebenen spirituellen Eigenschaften seit Jahrtausenden große Teile von Welttraditionen aus.

Auch die Meditation gibt es seit Anbeginn der Zivilisation, auch wenn man manchmal meinen möchte, dass unsere moderne Gesellschaft dies nicht immer wahr haben will. Mediation ist gut für Körper, Geist und Seele, vor allem in dieser schnelllebigen Zeit.

Alleinstehend haben Meditation und Cannabis ähnliche Effekte. Gemeinsam jedoch können sie die Erfahrung der Meditation und des Yoga verstärken. Geht es nach Geschichte und Tradition, sollte das eine neben oder mit dem anderen praktiziert werden. Einen Versuch ist es allemal wert.

Peace!