Mitte Januar brach auf Hawaii die pure Panik aus. Ein offizieller Raketen(angriffs)alarm war ausgelöst worden und die Insulaner befürchteten für etwa 30 Minuten einen Atomwaffenangriff Nordkoreas. Von eben jenem „Schurkenstaat“, der in letzter Zeit immer wieder in den Nachrichten auftaucht, weil US-Präsident Trump Nordkoreas Staatschef beleidigte und dieser natürlich entsprechend (rhetorisch) reagierte. Vor allem Kim Jong-un’s Behauptung, er könne nun endlich jeden beliebigen Ort der USA mit seinen Atomwaffen erreichen, ließ einen Angriff auf Hawaii eher unwahrscheinlich werden. Denn warum ausgerechnet eine isolierte Inselgruppe atomar verwüsten, wenn man dadurch die postwendende totale Vernichtung durch das US-Mutterland zu befürchten hätte? Aber Angst ist nun mal nicht rationell – doch gilt nicht auch das Gleiche für die sogenannten „Schurkenstaaten“, die auf einer immer mal wieder aktualisierten Liste der USA verzeichnet sind? Sind diese Staaten nicht auch völlig gaga?

Mit dem politisch-propagandistischen Schlagwort „Schurkenstaaten“ bezeichnete und bezeichnet die US-Regierung eine wechselnde Gruppe von Staaten, die sich (nach ihrer Auffassung) aggressiv gegenüber anderen Ländern verhalten, die Stabilität weiterer Regionen untergraben und sich zugleich internationalen Verhandlungen verweigern – nüchtern betrachtet sind das alles Vorwürfe, die sich auch die USA (insbesondere derzeit) gefallen lassen müssen.