Seit nunmehr 4 Jahren fahre ich mit meiner Familie in den Sommerurlaub nach Zeeland in den Niederlanden. Abgesehen davon, dass man mit Kindern dort herrlichen Urlaub machen kann, bietet die Umgebung mit ihren endlosen Weiten wundervolle Eindrücke, welche dazu einladen, abseits vom Alltag tief durchzuatmen. Allerdings bin ich immer darauf angewiesen, mein eigenes Weed einzupacken. In Zeeland selbst ist es nämlich nicht so einfach, an Gras zu kommen. Man hat bereits Schwierigkeiten, länger als 30 Sekunden in einem Coffeeshop zu sein. Natürlich war mir klar, dass dies an besonderen Restriktionen liegen muss. Trotzdem wollte ich mir mein eigenes Bild machen und habe dafür die wenigen Shops angeschrieben. Christel vom High Life lud mich ein, betonte aber auch, dass man nicht so ohne Weiteres über alles sprechen könne.

Fast 3 Jahrzehnte habe ich meine Sommerurlaube immer in der Türkei verbracht, was nahe liegt, weil ich dort Familie habe. Einfach war die gesellschaftliche und politische Situation dort nie, aber zumindest hatte man das Gefühl, dass es in Mikroschritten vorangeht. Dass dies nun in großen Schritten rückwärts läuft, dürfte den meisten von Euch nicht entgangen sein. Daher dann der Entschluss, den Urlaub nicht mehr in einem Land zu verbringen, in welchem mittlerweile über 1000 Minderjährige in gewöhnlichen Gefängnissen sitzen. Von den anderen Menschen mal abgesehen.

Also haben wir uns umgesehen und dieses Fleckchen Erde für uns entdeckt. Bereits in unserem ersten Urlaub dort fiel mir auf, dass die Anzahl der Shops sehr gering ist. Einige Orte, welche von der Größe her Goes ähneln, haben gar keine und die Gesamtanzahl lässt sich an 2 Händen abzählen. Einer der Hauptgründe ist sicherlich das sehr konservative Wahlverhalten der Bevölkerung. Abgesehen davon, dass man dem Thema Cannabis sehr kritisch gegenübersteht, möchte man wohl auch nicht, dass ein ähnlicher Ansturm auf die Coffeeshops durch Besucher von außerhalb entsteht, wie in vielen anderen Teilen der Niederlande.

Mit Christel, einer Mitarbeiterin aus dem Coffeeshop High Life in Goes, die gleichzeitig auch als Sozialarbeiterin tätig ist, konnte ich mich verabreden und hatte dabei ein sehr aufschlussreiches Gespräch.