Ayahuasca ist ein psychedelischer Dschungeltrank, den Schamanen aus der Amazonas-Region seit vielen Jahrhunderten als rituelles Heilmittel nutzen. Das Dekokt ruft bei seinen Anwendern einen starken Reinigungsprozess hervor und bewirkt überdies eine mehrstündige Reise durch die inneren Bewusstseinswelten. Im Zuge einer stetig wachsenden Beliebtheit ist Ayahuasca inzwischen auch weit außerhalb seiner ursprünglichen Heimat verbreitet und es finden auch in Europa nahezu jedes Wochenende sogenannte “Ayahuasca-Retreats” statt.

Das psychoaktive Hauptprinzip der Abkochung beruht auf dem Tryptamin-Alkaloid N,N-DMT, das infolge einer oralen Zufuhr allerdings erst dann wirksam werden kann, wenn der Abkochung zusätzlich die MAO-hemmende Ayahuasca-Liane zugesetzt wird. Anderenfalls würde das Gebräu keine visionäre Wirkung entfalten, da das DMT noch vor Wirkeintritt von der körpereigenen Monoaminooxidase (MAO) abgebaut werden würde. Nur durch einen MAO-Hemmer, der im Falle der Ayahuasca-Liane aus der Stoffgruppe der Beta-Carboline stammt, kann das DMT die sogenannte Blut-Hirn-Schranke erfolgreich überwinden und zu wirken beginnen.

Neben der DMT-haltigen Spezies Psychotria viridis und der MAO-hemmenden Liane Banisteriopsis caapi werden dem Trank  im Sinne einer synergistischen Wirkveränderung gelegentlich weitere pharmakologisch aktive Pflanzen zugefügt, etwa um die anfängliche Übelkeit zu lindern oder um die visionäre Wirkung stabilisierend zu verstärken, darunter unter anderem auch potentielle Giftgewächse wie Engelstrompeten (Brugmansia spp.) oder Stechäpfel (Datura spp.). Derartige Kombinationen sollten aufgrund ihres Risikos allerdings nur von erfahrenen Schamanen eingenommen werden und keinesfalls von psychedelischen Laien!

Ayahuasca enthält als Hauptkomponenten in den meisten Fällen das Malpighiengewächs Banisteriopsis caapi (“Liane der Geister”) sowie das Rötegewächs Psychotria viridis (“Chacruna”); beide Arten gedeihen im dichten Amazonas-Dschungel.