Kaum ein anderer Beruf ist so spannend, erfüllend und abwechslungsreich wie der eines Cannabis-Reporters. In zwei Artikeln werde ich Euch Einblicke in die Welt hinter die Kulissen der glitzernden Cannabis-Welt ermöglichen, die in meinen Artikeln aus verschiedenen Gründen nicht präsentiert wurden. Macht Euch gefasst auf eine Reise durch eine wahrhaftige Wundertüte, bei der die Grenzen zwischen gut und böse, liberal und konservativ sowie kriminell und rechtschaffend recht fließend sind.

Der Traum vom eigenen Hanfshop

 

Jetzt mal ganz ehrlich und Hand aufs Herz, liebe Leser: Wer von Euch hat denn nicht schon einmal davon geträumt, einen holländischen Coffeeshop oder spanischen Cannabis Social Club zu “besitzen”? Oder in einem Coffeeshop bzw. CSC in leitender Funktion tätig zu sein? Sei es auch nur der “coole” Job des Dealers, der die verantwortungsvolle Aufgabe innehat, die richtige Ware in der korrekten Menge an die Frau und an den Mann zu bringen.

Erscheinen uns da die Verlockungen nicht wahnsinnig groß? Wer würde sich da nicht vorkommen, wie ein kleiner, Süßigkeiten liebender Junge im Willi-Wonka-Wonderland? Im ganzen Laden gäbe es die feinsten und köstlichsten Naschereien. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute – wann auch immer das Herz danach verlangt. Obwohl ich Realist bin und weiß, was im Leben möglich ist und was nicht, muss ich zugeben, dass auch ich schon so manche Minute mit derartigen Tagträumen verbracht habe.

Doch bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Es zählt zu den Nebenerscheinungen eines Cannabis-Reporters, dass der Einblick in die Wirklichkeit einen manchmal ziemlich schnell und rüde von solch überbordenden Fantastereien zurückholt. Bei meinen zahlreichen Recherche-Reportagen in den Niederlanden war es mir immer wieder mal vergönnt, mich ausgiebig mit Coffeeshop-Besitzern und leitenden Angestellten von Coffeeshops auszutauschen. Und hierbei habe ich auch (teilweise “unter der Hand”) viel über die Schattenseiten dieses Berufs gelernt, die dem Laien in der Regel gar nicht so klar sind. Diese Aspekte möchte ich in diesem Zweiteiler beleuchten, wobei auch die positiven Begleitumstände einer solchen Tätigkeit nicht verschwiegen werden sollen – denn im Kern ist und bleibt es doch ein Traumjob.