Gayle, eine 58-jährige Amerikanerin, lebt in Oregon und nutzt seit einigen Jahren Cannabis aus medizinischen Gründen. Für 430 Dollar Gebühr im Jahr ist sie berechtigt, ihre eigenen Hanfpflanzen ganz legal anzupflanzen.

Seit wann konsumierst du Cannabis aus medizinischen Gründen?

Ich nutze Cannabis jetzt schon seit vier Jahren erfolgreich als Schmerzkiller.

Auf welche Weise konsumierst du deine Medizin?

Mein Mann und ich fingen erst an, Öl herzustellen, sodass ich damit kochen und backen konnte. Aber nach einer Weile gefiel mir das nicht mehr so gut. Ich bin zum Beispiel jemand, die Brownies liebt – wenn ich Heißhunger auf Brownies habe, dann will ich nicht nur einen, sondern gleich ganz viele auf einmal! Aber als ich dann über eine längere Zeit mehr als einen Cannabis-Brownie pro Tag gegessen hatte, änderten sich irgendwie die Proportionen meines Körpers, falls du verstehst, was ich meine. Ich konnte einfach nicht nur einen am Tag essen! Also probierten wir Kapseln aus und stellten dafür Pulver her – das heißt, wir kochten die Pflanze recht lange, um das meiste vorhandene THC in die Blüten zu kriegen, dann trockneten wir die Blüten, machten Pulver daraus und füllten es in gelatine- oder stärkehaltige Kapseln, die man bequem schlucken konnte. Das war aber auch nichts für mich, denn die Mischungen in den einzelnen Kapseln hatten unterschiedliche Wirkungen, und manche schienen besonders stark zu sein. Wir konnten mischen, so viel wir wollten, es war schwierig, die richtige Dosierung für mich zu finden. Meistens war es wirklich zu stark und ich fühlte mich unwohl. Irgendwie voll gepackt und high und gleichzeitig schwindlig in meinem Kopf – es drehte sich und ich fühlte mich sehr merkwürdig und mochte das gar nicht. Ich brauchte schließlich nur einen Schmerzkiller! Die starke Dosierung nahm mir zwar den Schmerz, aber danach konnte ich den Tag über auch nicht mehr viel machen, und die Zeit verflog ungenutzt.

Wie bist du auf deine optimale Dosierung gekommen?

Wir haben angefangen, eine Tinktur herzustellen – also eine Lösung in Alkohol. Du kannst so ziemlich jeden hochprozentigen Alkohol verwenden, den du magst – ich nehme sehr gerne Wodka, das funktioniert sehr gut für mich. Man könnte aber auch Brandy oder etwas anderes nehmen. Meistens reibe ich mir die Tinktur auf die Haut. Ich kann es aber ebenso sublingual zu mir nehmen – das heißt, ich tropfe es mir nach Bedarf unter die Zunge. Die ersten Male war der Geschmack nicht besonders lecker, aber später habe ich mich daran gewöhnt. Wenn es sehr hochprozentiger Alkohol ist, brennt er manchmal auf der Zunge, dann zähle ich mir ein paar Tropfen in ein Glas mit Wasser.

Für welche Krankheiten benötigst du diese Tinktur?

Ich leide schon seit vielen Jahren unter Arthritis, Rückenschmerzen und Fibromyalgie. Ich nutze die Tinktur und reibe sie mir auf die Gelenke und auf schmerzende Stellen, und sie hilft mir dann sehr schnell. Sie nimmt mir den Schmerz bei allen drei Beschwerden einfach und effektiv.