Immer öfter hört man vom Aussteigen. Wer sind diese Aussteiger, wo steigen sie aus und vor allem welche Gründe bewegen sie dazu? Sind sie müde vom gesellschaftlich vorgeschriebenen Stadtleben, wollen sie entschleunigen und das Leben wieder einfach und sinnvoll gestalten, näher an der Natur leben? Auf meiner Streifsuche nach „Anderslebenden“ bin ich einigen Menschen begegnet, die nach herkömmlicher Meinung Aussteiger sind, sich selbst aber nicht so betiteln würden.

Sind diese Menschen nicht eher nur umgestiegen – und wenn ja wohin, in was, und welche Haltung brauchten sie dazu? Sind sie über die vorherrschende Gesellschaftsform in unserem Land empört und wollen ihre eigene Überzeugung wieder in ihren Alltag einfließen lassen? Möchten sie etwas verändern? Möchten sie für sich selbst sorgen, ein Beispiel für andere werden und ihre Kinder wieder für die Natur sensibilisieren? Wie informiert man sich über Gemeinschaften, verschafft sich einen Überblick? 

Ich sitze diesmal in der Küche eines Hausprojekts im Berliner Norden mit ca. 10 Bewohnern und befrage Inamarie, die mit ihren 4jährigen Zwillingen und ihrem Freund im nächsten Monat in ein großes Zelt plus Bauwagen nach Mitteldeutschland ziehen wird. Was sind ihre Beweggründe, das Weite zu suchen? Wir versuchen eine Beschreibung des Prozesses, der da stattgefunden hat.