Die meisten Menschen aus meinem Umfeld, welche meine Passion für Cannabis teilen, waren bereits unzählige Male in Amsterdam. Ähnlich geht es mir. Im Austausch wo es das beste Gras und die besten Munchies gibt, entstehen schnell Theorien und Ideen, wie das tägliche Geschäft eines Coffeeshops abseits der Ausgabe an den Endkonsumenten wohl funktioniert. Schließlich mangelt es beim niederländischem „Cannabis-System“ an vielem, jedoch nicht an Auflagen, welche die Shopbesitzer erfüllen müssen. Vor kurzem hatte ich zwischen meinem Jobwechsel ein paar Tage Resturlaub, welche ich gemeinsam mit einem Freund in Amsterdam verbracht habe. Auf meine Anfrage lud mich Patrick aus dem Coffeeshop The Stud ein und bot mir an, im Rahmen seiner Möglichkeiten mir alle Fragen zu beantworten. Wie hätte ich da nein sagen können?

Zwei Wochen vor meiner spontan geplanten Reise habe ich Patrick kontaktiert, und er sagte mir ganz unkompliziert zu. Der Besitzer des Shops The Stud war selber im Urlaub, aber Patrick übernimmt regelmäßig die volle Verantwortung, wenn der Chef mal nicht da ist und ist auch sonst im Shop selber tätig.

Bereits im Zug kommen mein Tripbegleiter und ich ins Gespräch darüber, wo wohl das ganze Gras in den Niederlanden her kommt. Plantagen? Übersee? Deutschland?

Wir suchen im Internet nach einer ungefähren Anzahl der Shops in Amsterdam und versuchen, ohne fundiertes Hintergrundwissen, ungefähr zu überschlagen, was da täglich über die Tresen geht. Uns ist zwar bekannt, dass es tägliche Mengenbegrenzungen gibt, aber wie hoch/tief die genau liegen… kein Plan. Wir lassen das dann auch ganz schnell wieder sein, merken aber, dass wir auf diesem Wege ein paar sehr gute Fragen formuliert haben. Immerhin.

Gegen Mittag kommen wir an und traditionell beginnen wir mit einem Stück Pizza und einer Dose Heineken auf dem Bahnhofsvorplatz. Gras hatte ich bereits zuvor auf den Gleisen gerochen, keine 10 Sekunden nach der Ankunft.

Gut gestärkt geht es erst mal Richtung Hotel, wo wir einfach nur unsere Sachen abladen und uns ein paar Joints vordrehen. Außerdem packe ich noch ein paar Gastgeschenke in Form von Homegrown ab.

Das The Stud liegt unweit der Universität Amsterdam. Angekommen, müssen wir uns erst einmal an einer riesigen Schlange anstellen, welche bis weit auf die Straße reicht. Den Gedanken an der Schlange vorbeizugehen und vorne nach Patrick zu fragen verwerfe ich ganz schnell wieder, denn so können wir ein paar Minuten lang die Ausgabe beobachten, ohne dass man mich sofort einordnen kann. Mir fallen sofort die Tabletts auf, welche offensichtlich als Menükarte dienen. Jedes einzelne Produkt wird hier auf Geschmack, Wirkung und Preis beschrieben, was ich zunächst viel übersichtlicher finde als die riesigen Tafeln hinter den Theken. Zusätzlich kann man so natürlich auch mit aktuellen Fotos arbeiten. Als wir dran sind stelle ich mich kurz vor und Patrick steht auch schon bereit. Er führt uns in die Büroräumlichkeiten über dem Shop und wir machen es uns bei Tee und ein paar Knospen gemütlich.