Was für ein Roman-Stoff: Es geht um LSD, den „LSD-Papst“ Timothy Leary und seine Gefolgschaft. In seinem brandneuen Roman „Das Licht“ beschäftigt sich der weltweit bekannte Autor T.C. Boyle in erster Linie damit, wie LSD Eingang in die US-amerikanische Gesellschaft fand und schließlich ein unabdingbarer Teil ihrer Subkultur wurde. Als „Türöffner“ zu dieser Thematik dient Harvard-Dozent und Psychologe Timothy Leary, der seinerzeit breit angelegte Feldversuche in Sachen LSD mit seinen Doktoranden und Studenten unternahm, bis LSD in den USA flächendeckend verboten wurde.

Beginnen wir mit einer kurzen Beschreibung des Romaninhalts: Der aufstrebende und ehrgeizige wissenschaftliche Assistent Fitz wird auf eine der ebenso sagenumwobenen wie exklusiven LSD-Partys seines Professors Timothy Leary von der Harvard University eingeladen. Fitz erhofft sich davon einen wichtigen Karriereschritt und glaubt zudem, so seinem Ziel (akademische Weihen in Form einer Dissertation) etwas näher zu kommen. Fitz bemerkt aber schon bald, dass Learys Ziele weniger medizinisch-wissenschaftlicher Natur sind, es geht dem berühmten Harvard-Psychologen um nichts weniger als eine sozio-politische und anthropologische Revolution des Bewusstseins und eine damit verbundene – von konventionellen sozialen Zwängen losgelöste – Lebensform. Fitz wird zu Beginn von dieser Vision Learys mitgerissen und schließt sich mit seiner Frau und seinem Sohn der Leary-Truppe an. Fitz und seine Frau konsumieren exzessiv Drogen – anfangs, um ein höheres Bewusstsein zu erreichen und später aus Gewohnheit, da sich ein psychologisch bedingter Suchtdruck gebildet hat. Mit dem Drogenkonsum gehen auch sexuelle Ausschweifungen einher, schließlich ist es ein erklärtes Ziel der „Psychonauten“, sich von bestehenden gesellschaftlichen Zwängen zu lösen und das alte Ego hinter sich zu lassen…