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Erstmals gewann ein deutscher Breeder den Autoflower World Cup

Mitte Juni 2026 versammelte sich die internationale Autoflower-Szene zur sechsten Ausgabe des Autoflower World Cup. Erstmals fand der Wettbewerb nicht in Barcelona statt – sondern in Berlin während der Mary Jane. Ein deutscher Newcomer holte den Titel in der Kategorie „Best New Strain“: Die Voyager von BudVoyage setzte sich damit gegen Züchter durch, die teilweise seit über 30 Jahren im Geschäft sind.

Die Jury überzeugte eine Sorte, die auf reproduzierbare Wirkung, Terpenprofil und Robustheit optimiert wurde. Die Voyager zeigt das Ergebnis in einer außergewöhnlichen Terpen-Expression, einer charakteristischen tiefrot bis bordeauxroten Färbung zum Ende der Blüte und einer hohen Stressresistenz. Aromatisch erinnert sie an intensive Gummibärchen, süße Beeren und Gebäck auf einer würzig-erdigen Basis. 

Zur Selektion gehörte auch die Wahl des passenden Growers, um das genetische Potenzial der Sorte optimal zur Geltung zu bringen. Gewachsen ist die Siegerpflanze rein organisch in lebendiger Erde beim Berliner Living-Soil-Grower Steffen Gehre. 

Die Pflanze bekam keinen Flaschendünger; es reichten zwei gezielte Komposttee-Gaben in der Blüte. Gerade die Kombination dieser Eigenschaften machte die Voyager so interessant: Statt auf maximale THC-Werte abzuzielen, überzeugte sie mit einem stimmigen Gesamtpaket aus Aroma, Stabilität und reproduzierbarer Wirkung.

Manche Phänotypen sind gut, andere sorgen dafür, dass man im Selektionsraum plötzlich innehält und staunt. Genau so entstand der Sortenname „Voyager“: Der Eindruck war, etwas entdeckt zu haben, das sich deutlich vom Gewohnten abhebt – aromatisch, robust und mit einem ganz eigenen Charakter. 

Hinter all dem steckt Dr. Tim Rieseberg, Head of Breeding. Als promovierter Biologe und Chemiker ist der Evolutionsbiologe ein ausgewiesener Spezialist für Genetik und Zucht. Bei BudVoyage selektierte er nicht auf reine Stärke, sondern gezielt auf definierte, gut reproduzierbare Terpen- und Wirkprofile. 

Für Rieseberg war dabei früh klar, dass sich das charakteristische Aroma der Voyager nicht allein durch ihr Terpenprofil erklären lässt. Aufgrund seiner Erfahrung in Chemie und Biochemie geht er davon aus, dass weitere Aromamoleküle (sogenannte Flavorants) zum außergewöhnlich komplexen Gesamtprofil beitragen.

Der Weg dorthin folgt einem klaren wissenschaftlichen Auswahlprozess. Es wurden zahlreiche Testgenetiken entwickelt und anschließend in umfangreichen Vergleichsgrows mit verschiedenen Testgrowern sowie eigenen Stresstests bewertet. Erst nachdem auch Aroma, Wirkung und Anbaueigenschaften überzeugten, fiel die Entscheidung auf die Siegessorte Voyager.

Riesebergs Fokus auf reproduzierbare Wirkung hat auch einen persönlichen Hintergrund: Er nutzt Cannabis selbst therapeutisch zur Behandlung chronischer Schmerzen. Dieses Verständnis prägte seinen Zuchtansatz, und seine Expertise wird inzwischen auch von Unternehmen aus dem pharmazeutischen Umfeld nachgefragt.

„Ich selektiere nicht auf Rekorde, sondern auf eine Wirkung, die reproduzierbar ist. Als Patient weiß ich, wie viel es wert ist, sich auf eine Sorte verlassen zu können.“ erklärte Dr. Tim Rieseberg („Head of Breeding BudVoyage“) dazu.

Die Zucht- und Selektionsarbeit von BudVoyage ist dabei international angelegt. Die Marke entwickelt eigene Genetiken und betreibt auch Phenohunts. Zuletzt ging die Reise in Kooperation mit Rootinn nach Jamaika ins Westmoreland, wo BudVoyage (nach eigener Kenntnis) der erste Züchter ist, der in dieser Region arbeitet. Westmoreland bietet Bedingungen, die jede Genetik auf die Probe stellen: tropische Luftfeuchtigkeit, regelmäßiger Regen und deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Wer dort besteht, bringt meist auch im heimischen Garten eine hohe Widerstandsfähigkeit mit.

Mit diesem Ansatz gelang nun erstmals einem deutschen Breeder der Gewinn des Autoflower World Cup. In den Vorjahren hatten zwar bereits deutsche Grower gewonnen, jeweils aber für keinen deutschen Breeder. Gewählt wurde die Sorte Voyager von einer internationalen Fachjury, in der unter anderem auch der Joint Doctor saß – der Mann, der die erste Autoflower-Genetik der Welt züchtete.

BudVoyage ist trotz seines kurzen Bestehens inzwischen schon in über 350 Gartencentern vertreten – und mit dem Cup-Sieg folgt nun auch die internationale Bestätigung für die gelungene Züchter-Arbeit.