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Sechs Top-Haze-Sorten

Haze! Der Klang dieser legendären Genetik ist seit Generationen Musik in den Ohren von Hanffreunden auf der ganzen Welt. Haze-Gras sorgt bei Growern und Konsumenten im wahrsten Sinne des Wortes für glänzende Augen, und das nun schon seit ungefähr einem halben Jahrhundert – soweit reicht der Ursprung dieser faszinierenden zeitlosen Oldschool-Genetik zurück.

Original Haze ist eine rein multiple Sativa-Pflanze, die damals wie heute als Inbegriff einer besonders edlen und raren Genießer-Sorte gilt, als „Dom Pérignon“ der Cannabis-Sortenkultur – aufgrund ihrer spritzigen, belebenden Wirkung (die bis ins Psychedelische hineinreichen kann) und ihres einzigartigen feinen herb-süßen, weihrauchähnlichen Aromas.

Um den Ursprung der Original Haze ranken sich viele Mythen, bis heute gibt es verschiedene voneinander abweichende Erzählungen dazu. Mehrheitlich wird aber davon ausgegangen, dass es zwei als „Haze Brothers“ bezeichnete Grower im kalifornischen Santa Cruz waren, die den genetischen Grundstein für die spätere Entstehung der Original Haze legten, indem sie verschiedene Sativa-Landrassen miteinander kreuzten.

Die Haze Brothers waren zwar hervorragende Grower, doch keine Züchter im eigentlichen Sinne, sodass die züchterische Vollendung der noch „rohen“ Haze-Genetik andere übernahmen. 

Der berühmte Hanf-Botaniker Robert Connell Clarke beschreibt die Entstehung der Original Haze wie folgt: „Sie begann als magischer Mix der exotischsten Sativa-Sorten, die es in den frühen 70ern in Kalifornien gab. Cultivator’s Choice ist es durch sorgfältige Auswahl und Inzucht gelungen, die Essenz jener Sorten in Original Haze zu bewahren.“ 

Laut Rob Clarke lief der Züchtungsprozess der Original Haze am Anfang wie folgt ab: Zunächst wurde Colombian mit Mexican gekreuzt und daraus entstehende weibliche Individuen im folgenden Jahr mit dem Pollen einer South Indian bestäubt. Die daraus resultierende Population wurde wiederum ein Jahr später mit einer männlichen Thai gekreuzt.

Aus diesem Grundstock gingen in der Folgezeit verschiedene Haze-Typen mit unterschiedlichen Akzenten hervor, von denen das bekannteste, von Cultivator’s Choice (einem kalifornischen Grower-Zusammenschluss, zu dem u. a. Sam The Skunkman und auch Robert Connell Clarke selbst gehörten) gezüchtete Exemplar „Original Haze“ genannt wurde und in der Welt der Hanfsorten zu großer Berühmtheit gelangen sollte. 

In den frühen 80er Jahren fand diese Genetik dann ihren Weg in die Niederlande. Es war Nevil Schoenmakers von „The Seed Bank“ (die 1991 mit dem Sensi Seed Club zur Sensi Seed Bank fusionierte), der als erster ausgiebig mit Original Haze-Genetik arbeitete und etliche Haze-Hybriden auf den Markt brachte, beispielsweise die berühmte Northern Lights #5 x Haze und Haze x Skunk – beide Hybriden wurden extrem beliebt und zu Cannabis Cup-Siegern.

Aufgrund ihrer extrem langen Blütezeit (und der daraus folgenden mangelnden Rentabilität für kommerzielle Grower) war die reine Original Haze in den Niederlanden zu keiner Zeit von kommerziellem Interesse, es waren ihre vielen Hybriden, welche die niederländische Grower-Welt und die Coffeeshops eroberten und dort zum Sinnbild für hochpotentes Sativa-Gras wurden. Haze-Genetik ist auch heutzutage nicht aus der Cannabis-Sortenlandschaft wegzudenken – werfen wir daher in diesem Artikel einen Blick auf einige herausragende Haze-Hybridsorten älteren und neueren Datums. 

Northern Lights #5 x Haze

Als er in den 80er Jahren die niederländische Samenbank „The Seed Bank“ betrieb, widmete sich Nevil Schoenmakers, ein gebürtigen Australier mit niederländischen Eltern, vorrangig der Züchtung und Produktion von F1-Hybriden wie NL#5 x Skunk #1, Super Skunk oder G-13 x Hash Plant und eben auch Northern Lights #5 x Haze.

Die Northern Lights-Genetik wurde von der „Seattle Gang“ gezüchtet, einem Grower-Verbund aus Seattle. 1984 experimentierte die Seattle Gang mit neun verschiedenen Northern Lights-Zuchtlinien, als ein Australier in der Stadt auftauchte, der fragte, ob er nicht ein paar Stecklinge von dieser Northern Lights-Serie mit in die Niederlande mitnehmen könne, was von der Seattle Gang bewilligt wurde. Bei diesem Australier handelte es sich natürlich um Nevil, der dem sensationellen Ruf der Northern Lights-Genetik bis nach Seattle gefolgt war.

Besonders die Selektion NL #5 erwies sich als echter Renner, und Nevil gelang es nach seiner Rückkehr von Seattle in die Niederlande nach einiger Zeit, Northern Lights in Samenform zu überführen, nachdem die Sorte zunächst nur als Klon NL#5 F1 in seinem The Seed Bank-Katalog geführt worden war. Northern Lights #5 x Haze wurde von Nevil dann im legendären Cannabis Castle kreiert, einem historischen Landsitz in der Nähe von Nijmegen. Ihm gelang 1990 (im vorletzten Jahr von The Seed Bank) mit dieser superben, zu 70 % Sativa-dominanten Haze-Kreuzung noch ein Sieg in der Sativa-Kategorie des High Times Cannabis Cup.

Unter den Fittichen von Sensi Seeds gewann NL #5 x Haze dann 1994 mit weitem Abstand abermals den High Times Cannabis Cup, und dies gleich zweifach – den Sativa-Cup sowie den Gesamt-Cup. Die Sorte gehört immer noch zum Allerfeinsten, was niederländische Zuchtkunst jemals hervorgebracht hat,

NL#5 x Haze ist ein Inbegriff geballter Sativa-Power, eines zerebralen, sehr energetischen bis leicht psychedelischen Up-Highs, das auf der Sativa-Potenzskala volle zehn Punkte erreicht. Außerdem steht sie für ein erlesenes, typisch süßlich-herbes Haze-Aroma.

NL #5 x Haze wird von Sensi Seeds besonders für Ebbe-Flut-Systeme empfohlen. Sobald die Stecklinge bewurzelt sind, kann man sie in Blüte schicken. Die Sorte ist in Gestalt, Wachstum und Blüte klar Sativa-dominiert, der Indica-Einfluss der Northern Lights #5 beschränkt sich sinnvollerweise auf die Verkürzung der Blütephase, die Ertragsverbesserung und die Eindämmung des Haze-Höhenwachstums.

Für eine Haze-Hybride mit solch starken Haze-Attributen blüht dieser Strain erstaunlich schnell, gelangt in nur 65 bis 75 Blütetagen zur Reife. Die Pflanzen sind sehr wüchsig und leicht zu klonen.

Der Sativa-Streckungseffekt ist trotz des NL#5-Anteils nicht gerade gering, vom Samen aufgezogene Pflanzen mit drei- oder vierwöchiger Wachstumszeit können indoors leicht 150 bis 180 cm Höhe erreichen.

Der Indoor-Ertrag liegt oft bei ungefähr 450 g/m². Bei großen Pflanzen, die viel Licht erhalten, können es laut Sensi Seeds auch 150 g und mehr pro Pflanze werden.

Amnesia Haze Auto

Als Amnesia Haze Auto vor einigen Jahren auf den Markt kam, sprach Barney’s Farm von „einem der aufregendsten Releases aus dem Hause Barney’s Farm seit langem.“ Kein Wunder, denn den mehrfach preisgekrönten Sortenklassiker Amnesia Haze auch als beschleunigte Auto-Version anbauen zu können, war für viele Fans dieser Sorte ein sehnlicher Wunsch gewesen. Denn bei der von Barney’s für diese Kreuzung verwendeten Mutterpflanze handelt es sich um die originale Amnesia Haze-Genetik von Soma.

Soma hatte sie Derry von Barney’s in den frühen Nuller Jahren geschenkt, und Barney’s Breakfast Bar gewann 2004 den High Times Cannabis Cup mit dieser grandiosen Sorte, in der die Gene von südostasiatischen Landrassen (Thai, Kambodscha und Laos) sowie Jamaican Haze und Afghani/Hawaiian stecken. Mit Barney’s bewährter Super Auto #1-Pflanze hybridisiert, wurde Amnesia Hazeerfolgreich in eine Auto-Version mit 80 %igem Sativa-Anteil überführt. 

Beim Anbau macht Amnesia Haze Auto aus ihrer Haze-Genetik keinen Hehl, die Pflanzen werden höher als viele andere Auto-Strains, drinnen meist etwa einen Meter hoch, draußen bis zu 1,50 m. Sie ist in der Lage, erstaunlich hohe Erträge zu produzieren, indoors können es bis zu 600 g pro Quadratmeter werden. Und das bei einer Kulturzeit (Aussaat bis Ernte) von nur 65 bis 70 Tagen. 

Die großen, dichten Blütenstände verströmen jenen typischen Amnesia Haze-Genießerduft, der von erdigen und zitronigen Noten geprägt ist und bei schön frischem Geschmack dazu auch noch ein Pinien-Aroma zu Tage fördert. 

Der Autoflowering-Fan Ellis D. brachte einen feminisierten Samen dieses vielversprechenden Strains an den Start. Die vegetative Entwicklung ging sehr zügig vonstatten, seine Amnesia Haze Auto-Pflanze gab von Anfang an Vollgas und schob schon früh ihre ersten Seitenzweige heraus. Auch bei der Blütenbildung trat sie kräftig aufs Gaspedal, im Nu entstanden eine Vielzahl von langgezogenen Sativa-artigen Blütenkerzen. 

In der Mitte der Pflanze hob im Verlauf der Blüte eine wahre Rakete ab – der Head-Bud entwickelte sich zu einem mächtigen Gerät, wie Ellis D. nach 60 Tagen berichtete: „Der Head-Bud ist richtig schön fett geraten und sehr dicht gewirkt, wie auch die vielzähligen Side-Buds, von denen er weiter unten umringt wird. Und alle Blüten sind üppig mit Trichomen beschichtet. Großartig ist auch ihr Duft – wie von Barney’s beschrieben vermischen sich hier auf harmonische Weise frische zitronige und erdige Noten, wobei das Erdige deutlich in Richtung Nadelhölzer geht.“ 

Nach pünktlichen 68 Tagen befand Ellis D. seine Amnesia Haze Auto-Pflanze für erntereif. Beim Ertrag schlugen stattliche 81 g zu Buche, allein der voluminöse Head-Bud brachte schon 28 g auf die Waage. 

Das Blütenaroma wies nach der Trocknung eine edelherbe Süße auf, die bei Ellis D. eine Assoziation von dunkler Schokolade hervorrief, gepaart mit einer leichten Nadelholznote und einem Spritzer Zitrone. 

Beim Konsumtest beeindruckte ihn der fein komponierte Geschmack des Amnesia Haze Auto-Grases, er spiegelte alle Aspekte des Geruchs wider und war vollmundig, mit langer Verweildauer auf dem Gaumen. Nach nur zwei Zügen stellten sich Ellis D.’s Nackenhaare hoch, denn er verspürte einen starken Sativa-Uplift, der ihn schlagartig aus antriebsloser Schlaffheit herausholte und ihn anderthalb Stunden lang sowohl körperlich als auch geistig munter machte, anschließend klang die Wirkung schön chillig aus. 

„So schnell kann Haze sein – Barney’s Farm hat Amnesia Haze mit dieser perfekten Auto-Adaption wahrlich auf Touren gebracht“, urteilte Ellis D. abschließend.

Silver Haze

Auch diese klassische Haze-Kreuzung von Sensi Seeds ist ein absolutes Muss für diesen Artikel. Genau wie auch NL#5 x Haze hat Silver Haze die Cannabis-Sortenwelt nachhaltig mit Haze-Magie verzaubert, erst unter dem Label von The Seed Bank (dort firmierte sie noch als Silver Pearl x Haze) und später unter dem von Sensi Seeds – es handelt sich im Ursprung also ebenfalls um ein genetisches Meisterwerk von Nevil Schoenmakers. Für welches er seine Silver Pearl-Sorte (Early Pearl x Skunk #1 x Northern Lights #5) mit Original Haze hybridisiert hatte, was zu einer grandiosen Haze-Kreuzung mit etwas höherem Sativa-Anteil als bei NL#5 x Haze führte.

Die Preisrichter beim High Times Cannabis Cup 1989 begeisterten sich so sehr für diesen Strain (der zu jener Zeit noch rein technisch mit seinen genetischen Bestandteilen bezeichnet wurde), dass sie ihn zum Sieger in der Mostly Sativa-Kategorie kürten. Kein Wunder, denn „ein paar Züge reichen aus, damit sich Körper und Geist auf einen pulsierenden Höhenflug begeben“, wie Sensi Seeds den euphorisierenden Sativa-Flash von Silver Haze beschreibt. 

Aufgrund des etwas höheren Sativa-Gehalts wächst Silver Haze noch höher als NL#5 x Haze, weswegen man die Pflanzen sehr früh in Blüte schicken sollte. Laut Sensi Seeds können Sämlinge, die bereits bei Höhen von 10 cm in die Blütephase geschickt werden, bei Endhöhen von einem Meter auskommen – Silver Haze ist also in der Lage, gleichzeitig dynamisch zu wachsen und zu blühen. 

In der Blütephase bildet sie innerhalb von 65 bis 80 Tagen langgezogene Buds, die mit reichlichen Harzmengen überzogen sind und im Wesentlichen den charismatischen Haze-Duft verströmen, jedoch mit mehr Süße als bei der Original Haze. Was beim Konsum nach einem primär erdig-würzigen Flavour mit Kiefer- und Holznoten für einen süßlichen Nachgeschmack sorgt. 

Die Tatsache, dass auch Silver Haze immer noch Bestandteil des umfangreichen Sortiments von Sensi Seeds ist, macht deutlich, welch große Fan-Gemeinde sich heute noch an diesem famosen Sorten-Evergreen erfreut. 

In den frühen Tagen meines Grow-Hobbys hatte ich einmal zwei aus regulärem Saatgut gezogene weibliche Silver Haze-Pflanzen. Sie gerieten hoch aufgeschossen, hatten viele Zweige mit langen, filigran aus einer Vielzahl kleiner Kelche zusammengesetzten kerzenartigen Blütenständen, die schön harzig waren und sehr deutlich nach Haze rochen. 

An den genauen Ertrag kann ich mich nicht erinnern, ich weiß aber noch, dass ich ihn damals als sehr lohnenswert empfand. Und dass der Flavour bitter-süß und dennoch wunderbar mild war, mit Sandelholz-artigen Untertönen. Auch der stark euphorisierende und aufputschende (fast schon trippige) Sativa-Turn von langer Dauer ist mir unvergessen geblieben, es war in der Tat ein „pulsierender Höhenflug“.

Dutch Haze

Diese 2010 auf den Markt gekommene Haze-Sorte befindet sich mittlerweile zwar leider nicht mehr im Sortiment von Dutch Passion, soll hier aber trotzdem portraitiert werden, in der Hoffnung, dass sie eines Tages zurückkehren wird. Denn Dutch Haze war ein züchterisches Meisterwerk, das sich mit den Haze-Sortenikonen von Nevil Schoenmakers durchaus messen konnte. Wie auch Neville’s Haze wies sie einen sehr hohen Sativa-, also Haze-Anteil von 90 % auf, brauchte bis zur Reife erstaunlicherweise aber nur neun bis elf Wochen Blütezeit.

2010 kommentierte Dutch Passion den neuen Sorten-Release so: „Unsere Dutch Passion-Kunden haben sich schon immer nach einer fast reinen Haze-Sorte gesehnt, die eine verkürzte Blütezeit mit respektablen Erträgen kombiniert. Auf der Suche nach dieser besonderen Haze haben wir über lange Jahre hinweg Hunderte von Haze-Pflanzen aus den USA und der Niederlande getestet. Dann, im Jahre 2009, gab es den entscheidenden Durchbruch! Das Ergebnis heißt Dutch Haze, diese Sorte ist mit einer kurzen Blütezeit von neun bis elf Wochen ausgestattet, was angesichts ihres klassischen Up-Highs und echten Haze-Feelings fast unglaublich ist.“ 

Auch das chronische Haze-Höhenproblem haben die Dutch Passion-Züchter in den Griff bekommen, die Pflanzen wurden lediglich 80 bis 120 cm hoch, was für eine fast reine Haze ungewöhnlich flachwachsend war. Hohe Erträge, viel Harz, ein authentischer Oldschool Haze-Geruch und -Geschmack sowie ein klassisches elektrisierendes Haze-High machten das superbe Sortenprofil von Dutch Haze aus. 

The Doc stürzte sich direkt im Erscheinungsjahr von Dutch Haze auf diesen Strain. Er säte vier feminisierte Samen aus, und sie keimten alle rasend schnell, innerhalb von nur zwei Tagen. In der ersten Woche wurden die Sämlinge unter zwei 125 Watt starken CFL-Leuchten (6400 K) angezogen. Dann stellte sie The Doc zusammen mit vier anderen Pflanzen unter zwei HPS-Lampen mit jeweils 600 Watt. 

Das Wachstum entwickelte sich sehr lebhaft und homogen, die Pflanzen bildeten frühzeitig eine sehr ausgeprägte Seitenverzweigung aus und blieben in den ersten Wochen kompakt. Zweieinhalb Wochen nach der Keimung leitete The Doc bei Höhen von 35 bis 40 cm die Blüte ein. 

Die Streckung während der ersten Blütewochen fiel erwartungsgemäß stark aus und ließ drei der Pflanzen auf 100 bis 120 cm hochschnellen, die vierte hob sich mit 145 cm nochmal deutlich davon ab – ein höhenmäßiger Ausreißer. 

In den letzten Blütewochen wurden die Buds der Dutch Haze-Pflanzen groß und fest, warteten zudem mit einem hohen Blüten/Blätter-Verhältnis und opulenter Harzigkeit auf. Eine Pflanze schoss beim Harz den Vogel ab, sie sah aus wie eingezuckert, selbst an den Stängeln der oberen Laubblätter befanden sich viele Harzdrüsen. 

Die Blüten von drei der Pflanzen verströmten einen stark ausgeprägten Haze-lastigen Geruch, der jedoch auch eine ganz leichte fruchtig-süße Subnote aufwies, während von der vierten, der mit Abstand höchsten Pflanze, ein 100 % authentischer purer Haze-Duft ausging.

Bereits nach rasant schnellen 62 Blütetagen konnte The Doc zwei der Pflanzen ernten und eine Woche später dann auch die beiden anderen – Dutch Passions Versprechen einer kurzen Blütephase wurde voll und ganz eingelöst. 

Zusammen brachten die vier Pflanzen 350 g auf die Waage, was für The Doc seinerzeit ein fantastisches Ergebnis war. Auch das Rauchen der Dutch Haze-Buds sollte sich anschließend für ihn als Freudenfest erweisen. Er berichtete: „Dutch Hazeliefert mächtige Haze-Power vom Allerfeinsten, ein stark kickendes und langwährendes Hallo-Wach-High ergriff Besitz von mir, und ich kam in den Genuss eines köstlichen edelwürzigen Haze-Geschmacks. So viel Haze-Qualität und -Quantität in so kurzer Blütezeit – man kann Dutch Passion zu dieser umwerfend gut gelungenen Haze-Züchtungsarbeit nur gratulieren!“

Neville’s Haze

Neville’s Haze ist eine weitere von Nevil Schoenmakers erschaffene Haze-Sortenlegende, die er während seiner Zeit bei Greenhouse Seeds Mitte der 90er Jahre züchtete. Hierbei handelt es sich um eine fast reine Haze mit einem Sativa-Gehalt von 90 %, die genetisch sehr nah an Original Haze dran ist. Der einzige Unterschied ist, dass sie einen kleinen Anteil Northern Lights enthält. 

Nevil kreuzte ein wenig Northern Lights (Indica-dominant) mit ein, um die schier endlose Blütezeit der Original Haze von mehr als 20 Wochen auf ein besser erträgliches Maß herunterzukürzen – Neville’s Haze hat eine Blütephase von 14 bis 16 Wochen (mitunter sogar noch etwas länger), was natürlich immer noch verdammt lang ist und dem Grower viel Geduld abverlangt.

Aber es lohnt sich! Zumindest für Haze-Liebhaber, denn Neville’s Haze liefert den authentischsten und intensivsten Haze-Flavour, den ich jemals gerochen und geschmeckt habe, sowie ein höchst beeindruckendes, kristallklares beflügelndes Sativa-Up-High, das stundenlang anhält. 

Greenhouse Seeds gibt den THC-Gehalt dieses High Times Cannabis Cup-Siegers von 1998 mit 22,6 % an. Der Ertrag kann sich auf bis zu 700 g/m² belaufen, wenn man Neville’s Haze mit viel Licht verwöhnt und gut in den Griff bekommt, denn sie ist eminent wüchsig und streckungsfreudig, streckt sich unaufhörlich vom Beginn der Wachstumsphase bis ungefähr in die Mitte der Blütephase. Selbst wenn man sie schon nach einer Woche Wachstum in Blüte schickt, kann es in kleineren Grow-Schränken oder -Zelten im Laufe des Grows höhenmäßig kritisch werden. Deswegen sollte man dieses temperamentvolle Sativa-Biest unbedingt an die Kette legen bzw. ihre sehr langen Zweige herunterbinden und/oder beschneiden, um sie kompakter werden zu lassen. 

Die trichomreichen Blütenstände haben eine schlanke längliche Form, sie werden nicht so dicht-hart und knollig-dick, wie man es von vielen anderen Sorten kennt. Oftmals setzen sich die Buds luftig aus einzelnen Blütenlanzen zusammen, dann veranschaulicht Neville’s Haze ihren genetischen Ursprung und sieht aus wie eine exotische Sativa-Landrassenpflanze, was sie in multipler Form ja auch weitgehend ist. 

Ellis D. baute Neville’s Haze vor 20 Jahren an, was für ihn als damals noch wenig erfahrenen Grower ziemlich gewagt war. Als Lichtquelle verwendete er eine 115 Watt Dual Spectrum (6400 Kelvin) CFL-Leuchte von MaxGrow – eine sehr geringe Wattzahl, aber er zog auch nur eine Pflanze darunter und war nicht auf einen großen Ertrag aus. Er wollte nur in den Genuss der sagenumwobenen Qualitäten dieses Strains kommen. 

Bereits neun Tage nach der Aussaat leitete Ellis D. die Blüte ein, nach 19 Tagen war die Pflanze bereits 40 cm hoch, und er band den Haupttrieb der Pflanze so herunter, dass er sich in Parallel-Lage zu der CFL-Leuchte befand. Im Verlaufe der Blüte band er auch die Seitentriebe in gleicher Weise herunter, und aus diesen wuchs eine Vielzahl von Blütenständen hervor. 

Mit gut 14 Wochen Blütezeit wurde diese Neville’s Haze von Ellis D. erfreulicherweise gleich zu Anfang des von Greenhouse Seeds angegeben Blütezeitfensters fertig. Der Haupttrieb, mehrfach heruntergebunden, hatte sich am Ende zu einer kurvigen Ovalform ausgewachsen und war (wie auch die Seitentriebe) mit zahlreichen wohlgeformten Blütenkerzen besetzt, die ein hohes Blüten/Blätter-Verhältnis aufwiesen, sehr harzig geraten waren und einen herrlichen intensiven, tatsächlich an Weihrauch erinnernden Haze-Duft verströmten. 

Am Ende blickte Ellis D. auf eine morphologisch sehr bemerkenswerte, exotisch und wild aussehende Pflanze, die dank des multiplen Herunterbindens nur 60 cm hoch, aber 80 cm breit war. Über den Ertrag von 39 g war Ellis D. sehr glücklich, denn mit einer nur 115 Watt starken Leuchte einer Neville’s Haze so viel abzuringen, war eine reife Leistung. 

Auch das High und der Geschmack der Blüten beglückte ihn so sehr wie erhofft, er erlebte genau das, was die Sortenbeschreibung dieses Strains versprach – ein sehr lang anhaltendes hochfliegendes sonnenklares Up-High mit Kribbel-Feeling und einen erlesenen süß-herben Haze-Flavour in Feinschmecker-Klasse.

Amnesia Haze

Die 2003 auf dem Markt erschienene Amnesia Haze von Soma Seeds ist eine der bekanntesten und beliebtesten Haze-Sorten weltweit und ein absoluter Coffeeshop-Klassiker, wobei sie streng genommen keine echte, auf Original Haze zurückgehende Haze-Hybride ist.

Der Züchter Soma hat seine Sorte Amnesia Haze so genannt, weil er bei ihrer Erschaffung ein Haze-Züchtungsschema befolgt hat, also mehrere exotische Sativa-Sorten miteinander verschmolz. Und das auf sehr komplexe Weise – die genetische Formel dieses Strains lautet (Thai x Kambodscha x Laos) x Jamaican Sativa x (Afghani x Hawaiian).

Amnesia Haze hat ein Sativa/Indica-Prozentverhältnis von 70:30 und benötigt bis zur Reife eine Blütezeit von 10 bis 13 Wochen. Es gibt einen höher und einen flacher wachsenden Phänotyp, aber beide bringen stark Sativa-lastige Buds hervor, die mit sehr üppigen Harzmengen aufwarten und trotz ihrer Sativa-Natur kompakt gebaut sind. 

Amnesia Haze ist auch sehr potent, es wurden Werte von bis zu 22 % THC gemessen. Das Sativa-High ist dementsprechend stark, Soma sagt über die Wirkung: „Es lässt dich alles, was du machst oder machen willst, vergessen, darum habe ich die Sorte Amnesia Haze genannt.“ 

Über den Konsumenten legt sich also ein Schleier süßen Vergessens, euphorische Sorglosigkeit überkommt ihn, er bleibt dabei aber mobil und munter genug, um zum Beispiel auf einer Party abzufeiern. 

Amnesia Haze gewann im Jahre 2004 sowohl den 420 IC Growers Cup als auch den High Times Cannabis Cup (eingereicht von Barney’s Breakfast Bar), was ihre Karriere auf dem Samenmarkt sehr beschleunigte. Acht Jahre später, beim High Times Cannabis Cup 2012, gelang ihr dann ein bemerkenswertes Champion-Comeback, als sie in der Sativa-Kategorie triumphierte. 

Mr. Power-Planter baute einmal ein Dreier-Päckchen feminisierter Amnesia Haze-Samen an, zusammen mit einer anderen Sorte unter einer 400 Watt HPS-Lampe. Er ließ sie nur zwei Wochen vegetativ heranwachsen, doch die Streckung während der Blütephase war stark genug, um sie bei finalen Höhen von 73 bis 85 cm ankommen zu lassen. 

Die drei Pflanzen wuchsen und blühten sehr homogen, es gab keine zwei Phänos. Sie reizten die Blütephase voll aus und trugen nach 13 Wochen Blüte voluminöse Buds, die ein äußerst hohes Blüten/Blätter-Verhältnis an den Tag legten und mit großzügigen Trichombelägen glänzten. 

Der Blütengeruch war intensiv süß-würzig, mit einem sandelholzartigen Haze-Grundaroma, aber mehr Süße als bei einer reinen Haze. Die Ertragszahlen lagen bei 56, 64 und 71 g trockener Buds, was für die damalige Zeit (vor der LED-Ära) sehr zufriedenstellend war. 

Als Mr. Power-Planter seine Amnesia Haze testrauchte, erlebte er persönlich diesen wattig-weichen Brainwash-Effekt, er vergaß die Welt um sich herum und genoss ein gut zweistündiges unbeschwertes Time-Out, das ihn tiefenentspannt und bestens gelaunt zurückließ. Der Geschmack der Amnesia Haze war gleichfalls hervorragend, sehr organisch und mild im Rauch, aber dennoch mit einer guten Portion süßlich-würzigen Flavours.