Haze! Der Klang dieser legendären Genetik ist seit Generationen Musik in den Ohren von Hanffreunden auf der ganzen Welt. Haze-Gras sorgt bei Growern und Konsumenten im wahrsten Sinne des Wortes für glänzende Augen, und das nun schon seit ungefähr einem halben Jahrhundert – soweit reicht der Ursprung dieser faszinierenden zeitlosen Oldschool-Genetik zurück.
Original Haze ist eine rein multiple Sativa-Pflanze, die damals wie heute als Inbegriff einer besonders edlen und raren Genießer-Sorte gilt, als „Dom Pérignon“ der Cannabis-Sortenkultur – aufgrund ihrer spritzigen, belebenden Wirkung (die bis ins Psychedelische hineinreichen kann) und ihres einzigartigen feinen herb-süßen, weihrauchähnlichen Aromas.
Um den Ursprung der Original Haze ranken sich viele Mythen, bis heute gibt es verschiedene voneinander abweichende Erzählungen dazu. Mehrheitlich wird aber davon ausgegangen, dass es zwei als „Haze Brothers“ bezeichnete Grower im kalifornischen Santa Cruz waren, die den genetischen Grundstein für die spätere Entstehung der Original Haze legten, indem sie verschiedene Sativa-Landrassen miteinander kreuzten.
Die Haze Brothers waren zwar hervorragende Grower, doch keine Züchter im eigentlichen Sinne, sodass die züchterische Vollendung der noch „rohen“ Haze-Genetik andere übernahmen.
Der berühmte Hanf-Botaniker Robert Connell Clarke beschreibt die Entstehung der Original Haze wie folgt: „Sie begann als magischer Mix der exotischsten Sativa-Sorten, die es in den frühen 70ern in Kalifornien gab. Cultivator’s Choice ist es durch sorgfältige Auswahl und Inzucht gelungen, die Essenz jener Sorten in Original Haze zu bewahren.“
Laut Rob Clarke lief der Züchtungsprozess der Original Haze am Anfang wie folgt ab: Zunächst wurde Colombian mit Mexican gekreuzt und daraus entstehende weibliche Individuen im folgenden Jahr mit dem Pollen einer South Indian bestäubt. Die daraus resultierende Population wurde wiederum ein Jahr später mit einer männlichen Thai gekreuzt.
Aus diesem Grundstock gingen in der Folgezeit verschiedene Haze-Typen mit unterschiedlichen Akzenten hervor, von denen das bekannteste, von Cultivator’s Choice (einem kalifornischen Grower-Zusammenschluss, zu dem u. a. Sam The Skunkman und auch Robert Connell Clarke selbst gehörten) gezüchtete Exemplar „Original Haze“ genannt wurde und in der Welt der Hanfsorten zu großer Berühmtheit gelangen sollte.
In den frühen 80er Jahren fand diese Genetik dann ihren Weg in die Niederlande. Es war Nevil Schoenmakers von „The Seed Bank“ (die 1991 mit dem Sensi Seed Club zur Sensi Seed Bank fusionierte), der als erster ausgiebig mit Original Haze-Genetik arbeitete und etliche Haze-Hybriden auf den Markt brachte, beispielsweise die berühmte Northern Lights #5 x Haze und Haze x Skunk – beide Hybriden wurden extrem beliebt und zu Cannabis Cup-Siegern.
Aufgrund ihrer extrem langen Blütezeit (und der daraus folgenden mangelnden Rentabilität für kommerzielle Grower) war die reine Original Haze in den Niederlanden zu keiner Zeit von kommerziellem Interesse, es waren ihre vielen Hybriden, welche die niederländische Grower-Welt und die Coffeeshops eroberten und dort zum Sinnbild für hochpotentes Sativa-Gras wurden. Haze-Genetik ist auch heutzutage nicht aus der Cannabis-Sortenlandschaft wegzudenken – werfen wir daher in den kommenden Tagen einen Blick auf einige herausragende Haze-Hybridsorten älteren und neueren Datums.
Los geht’s direkt mit Northern Lights #5 x Haze und einer kleinen Vorgeschichte zu dieser Sorte.
Als er in den 80er Jahren die niederländische Samenbank „The Seed Bank“ betrieb, widmete sich Nevil Schoenmakers, ein gebürtigen Australier mit niederländischen Eltern, vorrangig der Züchtung und Produktion von F1-Hybriden wie NL#5 x Skunk #1, Super Skunk oder G-13 x Hash Plant und eben auch Northern Lights #5 x Haze.
Die Northern Lights-Genetik wurde von der „Seattle Gang“ gezüchtet, einem Grower-Verbund aus Seattle. 1984 experimentierte die Seattle Gang mit neun verschiedenen Northern Lights-Zuchtlinien, als ein Australier in der Stadt auftauchte, der fragte, ob er nicht ein paar Stecklinge von dieser Northern Lights-Serie mit in die Niederlande mitnehmen könne, was von der Seattle Gang bewilligt wurde. Bei diesem Australier handelte es sich natürlich um Nevil, der dem sensationellen Ruf der Northern Lights-Genetik bis nach Seattle gefolgt war.
Besonders die Selektion NL #5 erwies sich als echter Renner, und Nevil gelang es nach seiner Rückkehr von Seattle in die Niederlande nach einiger Zeit, Northern Lights in Samenform zu überführen, nachdem die Sorte zunächst nur als Klon NL#5 F1 in seinem The Seed Bank-Katalog geführt worden war. Northern Lights #5 x Haze wurde von Nevil dann im legendären Cannabis Castle kreiert, einem historischen Landsitz in der Nähe von Nijmegen. Ihm gelang 1990 (im vorletzten Jahr von The Seed Bank) mit dieser superben, zu 70 % Sativa-dominanten Haze-Kreuzung noch ein Sieg in der Sativa-Kategorie des High Times Cannabis Cup.
Unter den Fittichen von Sensi Seeds gewann NL #5 x Haze dann 1994 mit weitem Abstand abermals den High Times Cannabis Cup, und dies gleich zweifach – den Sativa-Cup sowie den Gesamt-Cup. Die Sorte gehört immer noch zum Allerfeinsten, was niederländische Zuchtkunst jemals hervorgebracht hat,
NL#5 x Haze ist ein Inbegriff geballter Sativa-Power, eines zerebralen, sehr energetischen bis leicht psychedelischen Up-Highs, das auf der Sativa-Potenzskala volle zehn Punkte erreicht. Außerdem steht sie für ein erlesenes, typisch süßlich-herbes Haze-Aroma.
NL #5 x Haze wird von Sensi Seeds besonders für Ebbe-Flut-Systeme empfohlen. Sobald die Stecklinge bewurzelt sind, kann man sie in Blüte schicken. Die Sorte ist in Gestalt, Wachstum und Blüte klar Sativa-dominiert, der Indica-Einfluss der Northern Lights #5 beschränkt sich sinnvollerweise auf die Verkürzung der Blütephase, die Ertragsverbesserung und die Eindämmung des Haze-Höhenwachstums.
Für eine Haze-Hybride mit solch starken Haze-Attributen blüht dieser Strain erstaunlich schnell, gelangt in nur 65 bis 75 Blütetagen zur Reife. Die Pflanzen sind sehr wüchsig und leicht zu klonen.
Der Sativa-Streckungseffekt ist trotz des NL#5-Anteils nicht gerade gering, vom Samen aufgezogene Pflanzen mit drei- oder vierwöchiger Wachstumszeit können indoors leicht 150 bis 180 cm Höhe erreichen.
Der Indoor-Ertrag liegt oft bei ungefähr 450 g/m². Bei großen Pflanzen, die viel Licht erhalten, können es laut Sensi Seeds auch 150 g und mehr pro Pflanze werden.

Übermorgen geht’s weiter mit der Sorte Amnesia Haze Auto.


