Wenn wir in den Urlaub fahren, bereiten wir uns am besten gut vor und machen uns auf einiges gefasst. Womöglich bereisen wir Gegenden, die wir nie gesehen haben, in denen Menschen leben, deren Kultur eine völlig andere ist als die unsere. Wir müssen uns darauf einstellen, es mit einer fremden Sprache zu tun zu haben, mit fremden Sitten und vielleicht gar mit andersartigen Moralvorstellungen und religiösen Überzeugungen. Bevor wir in den Urlaub starten, müssen wir uns die notwendige Zeit dafür nehmen, bei guter Gesundheit sein, die entsprechende Laune mitbringen, genügend Geld auf dem Konto und auch im Portemonnaie haben, die Flüge oder Fahrten müssen gebucht, die Unterkünfte reserviert werden. Alles vollkommen normale Vorbereitungen, die wir tätigen, um anschließend eine erholsame Urlaubszeit mit maximaler Chance auf Rekreation genießen zu dürfen. So etwa sieht die Planung einer Reise in der äußeren Welt aus, und nicht anders verhält es sich mit den Reisen, die der Psychonaut in den inneren Weltenraum des Geistes unternimmt. Niemand bzw. wahrscheinlich die allerwenigsten würden auf die Idee kommen, einfach spontan und aus einer Lust oder Laune heraus, jetzt sofort ins Auto zu steigen und ohne jede Vorbereitung in ein fremdes Land zu fahren. Und genauso sollte auch mit psychoaktiven Molekülen umgegangen werden, die unseren Geist in andere Gefilde katapultieren. Wie man sich am besten vorbereitet und was es alles zu beachten gilt, schauen wir uns jetzt einmal an.

Psychonauten

Als ich den Kollegen und Ethnopharmakologen Christian Rätsch im Rahmen eines Interviews einmal fragte, was seiner Ansicht nach das wichtigste Rüstzeug des Psychonauten ist, antwortete er: „Die Demut. Die Demut vor der Natur.“ Und damit sind wir bereits dabei, unsere psychedelische Reisetasche zu füllen. Wer psychoaktiven Substanzen mit Gleichgültigkeit, Überheblichkeit oder falscher Lässigkeit begegnet, der ist für die Reise in den inneren Weltraum nicht gut gewappnet. Fehlende Demut vor der Natur und der Natur des Geistes, mangelnde Demut vor dem Mysterium des Lebens und ebenso fehlende Demut gegenüber dem Neurotransmitter, dem Mittler zwischen den Welten und Geisteszuständen, kann für den Reisenden in katastrophalen psychischen Verstrickungen enden, derer er sich nicht allein erwehren kann, und die er möglicherweise während der psychedelischen Sitzung nicht einmal seinen Mitreisenden zu vermitteln in der Lage ist. Machtvolle Entheogene, wie zum Beispiel die Tryptamin- und Phenethylaminhalluzinogene, sind im Grunde nicht geeignet, lapidar und nebenher „eingeschmissen“ zu werden. Die Folgen können nämlich für den Unbedarften ganz besonders unschön werden: Verwirrtheitszustände, Angst, Paranoia und psychotische Anwandlungen können aus die unreflektierte Zufuhr von Psychedelika resultieren.