In seinem ersten Amtsjahr hat Donald Trump die Stange im politischen Niveau-Limbo eindeutig tiefer gelegt. Langweilig wird es mit ihm wohl auch in Zukunft nicht werden. Immerhin hat er noch keinen Atomkrieg ausgelöst. Noch nicht.

Ich war nicht ganz sicher, wie ich diesen Text beginnen soll. Am geeignetsten schien mir schließlich ein Zitat des amtierenden US-Präsidenten zu sein. Wo findet man die meisten Trump-Zitate? Auf Twitter natürlich. Dort kann man fast im Minutentakt nachlesen, was Trump so alles über protestierende Footballspieler, über Meryl Streep oder die aktuelle Tagespolitik denkt. Am 11. November 2017 zwitscherte @realDonaldTrump zum Beispiel: „Why would Kim Jong-un insult me by calling me old, when I would NEVER call him short and fat? Oh well, I try so hard to be his friend – and maybe someday that will happen!“ Er dachte also laut darüber nach, warum der nordkoreanische Diktator eigentlich so gemein zu ihm ist. Und wie so oft fragte ich mich beim Lesen, ob er das ernst meint und ob das wirklich der US-Präsident selbst ist, der da so ungefiltert durch die Gegend twittert und nicht vielleicht irgendein Sechsjähriger, der sich auf einer Tour im Oval Office von seinen Eltern losgerissen und sich das Smartphone des Präsidenten geschnappt hat. Aber worüber wundere ich mich bei Trump eigentlich noch? Er hat das Weiße Haus längst in eine Muppet Show verwandelt. Das ist unglaublich unterhaltsam und zugleich erschreckend – also eigentlich genau so, wie wir es von seiner Präsidentschaft erwartet hatten, oder?